Montag, 20. November 2017
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Notentriegelung für Türverriegelungen

Ab 1.9. werden neue Anforderungen für die Einbauhöhe der Notentriegelung für Aufzugstüren verbindlich. Auch für das Entriegeln der Schachttür von der Grubenleiter aus gelten neue Vorschriften.

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Türverschluss DLF2 mit Anschluss für Bowdenzug. (Foto: © Kronenberg)

Türverriegelungen für Fahrschachttüren werden in der Aufzugsrichtlinie 2014-33-EU in der Liste von Sicherheitsbauteilen an erster Stelle genannt. Ab dem 1.9.2017 dürfen sie nur noch in Verkehr gebracht werden, wenn eine gültige EU- oder EG-Baumusterprüfbescheinigung vorliegt, in der als Prüfgrundlage die neuen Aufzugsnormen EN81-20 und EN81-50 aufführt werden. Was ändert sich nun durch diese neuen Aufzugsnormen für Verriegelungen?

Externer Notentriegelungs-Dreikant

Vergleicht man die erforderlichen Baumusterprüfungen für die Verriegelung nach der alten und neuen Normenreihe, so sind die üblichen Prüfungen gleich geblieben. Es gibt allerdings noch andere, neue Anforderungen, welchen Einfluss auf die Verriegelung haben. Dies betrifft vor allem die Lage des Notentriegelung-Dreikants und die Möglichkeit, die Tür von der Grubenleiter aus zu entriegeln. Die jeweilige Entriegelung soll bequem aus einem sicheren Stand möglich sein, um die Gefahr eines Absturzes in den Schacht für das Wartungspersonal zu minimieren.

In der EN81-20 wird daher gefordert, dass ein in vertikaler Ebene eingebauter Notentriegelungsdreikant nur bis zu einer Höhe von 2 m über dem Boden der Haltestelle eingebaut werden darf. Diese Anforderung betrifft vorwiegend Türverriegelungen von Drehtüren, welche im Türkämpfer eingebaut werden, was vor allem bei zweiflügeligen Drehtüren der Fall ist. Hier darf der üblicherweise im Türverschluss integrierte Notentriegelungs-Dreikant nicht mehr verwendet werden, es muss ein externer Notentriegelungs-Dreikant in einer niedrigeren Höhe eingebaut und mit der Verriegelung gekoppelt werden.

Dreikantbetätigungen Typ „NE“

Für diesen Einsatzzweck eignen sich die Dreikantbetätigungen vom Typ „NE“ der Firma Kronenberg. Sie werden üblicherweise in der Türzarge eingebaut und mit dem Türverschluss über ein Zugseil- oder Bowdenzug verbunden. Neben der einfachen Basisversion gibt es weitere Ausführungen mit elektrischer Überwachung der Notentriegelung, wie es in der EN 81-21 gefordert wird. Durch einen Leerlauf wird sichergestellt, dass zuerst der Sicherheitsschalter (Zwangsöffner) öffnet, bevor das Zugseil die Verriegelung betätigt. Auch eine bistabile Schaltfunktion mit Rückstellung über einen elektrischen Schaltimpuls kann realisiert werden.

Um eine Türverriegelung über diese externe Dreikantbetätigungen per Zugseil oder Bowdenzug zu betätigen, muss die Türverriegelung einen entsprechenden Anschluss aufweisen. Die Firma Kronenberg hat daher bei allen Türverriegelungen die Notentriegelungsausführung „.5“ für die Ankopplung eines Zugseils sowie „.14“ für die Ankopplung eines Bowdenzuges ergänzt. Bei Türverriegelungen mit integrierter Betätigung per Elektromagnet oder Elektromotor hat die Notentriegelungsausführung „.5“ noch die Aufgabe, eine Entriegelung aus dem Schacht ohne Werkzeug per Hand zu ermöglichen.

Weitere Ergänzungen im Bereich der Notentriegelung

Die Entriegelung der Schachttür soll nach EN 81-20 in einem Bereich von 1,8 m Höhe und maximal 0,8 m seitlich von der Grubenleiter aus sicher möglich sein. Ist dies nicht gegeben, so kann durch ein an der Türverriegelung angeschlossenes Zugseil oder Bowdenzug mit Griffende die Forderung realisiert werden. Auch eine Kombination mit den oben genannten Dreikantbetätigungen ist möglich. Um hier ein umfassendes Zubehörprogramm anzubieten, hat Kronenberg sein Lieferprogramm erweitert mit Zugseilen und Bowdenzügen aus eigener Fertigung, Seilgriffe zur Entriegelung, Stellschrauben und Haltewinkel.

Durch die neuen Aufzugsnormen ändert sich zwar nichts am Funktionsprinzip und den Baumusterprüfungen der seit Jahrzehnten bewährten Kronenberg Türverriegelungen, doch gibt es weitere Ergänzungen im Bereich der Notentriegelung und deren Überwachung. Diese kann zum einen im Türverschluss integriert sein aber auch extern an anderer Stelle durch die Notentriegelungseinheiten „NE“ verlagert werden. So kann der neuste Stand der Technik mit allen Kronenberg Türverriegelungen auf unterschiedlicher Weise abgebildet werden.

www.kronenberg.de

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