Dienstag, 24. Oktober 2017
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Widerstandsfähigere Komponenten gefordert

Bei der vandalismusresistenten Ausführung einer Aufzugsanlage muss den Bedien- und Anzeigeelementen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

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B 50 R Class 3+-Taster nach erfolgreicher Prüfung. Daneben das 5 kg Prüfgewicht. (Foto: Schaefer)

An ihnen entlädt sich oftmals am ehesten Ärger, Ungeduld, Eile, Übermut, Unzufriedenheit, Imponiergehabe und Aggressivität des Benutzers. Die Anforderungen aus EN 81-71 Klasse 2 oftmals nicht ausreichend.

Aufzugsnorm EN 81-71

Gerade Benutzergruppen, die in besonderem Maße auf den Aufzug angewiesen sind, wie mobilitätseingeschränkte Personen, Personen mit Kleinkindern (Kinderwagen) oder ältere Menschen, werden im Falle eines Ausfalls vor erhebliche Probleme gestellt.

So kommt es etwa vor, dass Rollstuhlfahrer in die nächste Bahn einsteigen müssen, um dann erst eine Haltestelle weiter das Gleis verlassen zu können. Oder sie können – ein weiteres Beispiel aus der täglichen Praxis – ein Parkhaus nur noch über die Pkw-Rampe verlassen. Wird durch Vandalismus der Notruftaster beschädigt, droht im Notfall sogar der Einschluss von Personen ohne die Möglichkeit einer zeitnahen Alarmierung und Hilfeleistung.

Die Aufzugsnorm EN 81-71 "Schutzmaßnahmen gegen mutwillige Zerstörung" befasst sich mit Maßnahmen, um Aufzugsanlagen ihren jeweiligen Anforderungen entsprechend auszurüsten und um ausreichend Schutz vor Vandalismus zu bieten. Dabei wird zwischen Aufzugskategorien von 0 bis 2 unterschieden und für die jeweils darunter fallenden Anlagen sind bauseitige, konstruktive und materialseitige Auslegungen für Aufzüge und deren Komponenten festgelegt.

Aufzugskategorie 0

HandwerkWohngebäude mit wenigen Einheiten, die vorzugsweise von Eigentümern bewohnt werden; Büro- und Verwaltungsgebäude in unkritischen Gegenden oder mit beschränktem Zugang; normale Hotels; Einkaufszentren mit verglasten Aufzügen.

Aufzugskategorie 1

Wohngebäude mit vielen Einheiten, die vorwiegend vermietet sind und in normalen Gegenden stehen; Büro- und Verwaltungsgebäude mit viel Publikumsverkehr und ohne Beobachtung des Aufzugs; einfache Hotels in kritischen Gegenden; verglaste Aufzüge in Bahnhöfen und an Bahnsteigen in unkritischen Gegenden; unbeobachtete Aufzüge in Kaufzentren in unkritischen Gegenden.

Aufzugskategorie 2

Wohngebäude mit vielen Einheiten; die vorwiegend vermietet sind und in sozial kritischen Gegenden stehen; alle öffentlich zugänglichen Gebäude in sozial kritischen Gegenden ohne Beobachtung; Gebäude für Massenveranstaltungen (Fußballstadien, Konzerthallen etc.)

Für Betreiber führt der Ausfall neben dem dadurch entstehenden Imageschaden zu erhöhten Betriebs-, Wartungs- und Betreuungskosten. Gerade bei den Betreibern, welche aktuell Taster der Klasse 2 einsetzen wird der Ruf nach robusteren Komponenten lauter. Sie werden täglich mit den Folgen von Vandalismus konfrontiert und wissen um das Kosteneinsparpotenzial, welches sich durch den Einsatz robusterer Komponenten ergibt.

Taster-Serien weiterentwickelt

HandwerkSchaefer hat sich dieser Forderung angenommen und bestehende Taster-Serien hinsichtlich Ihrer Vandalismus-Resistenz weiterentwickelt. Unter dem Begriff "Class 3+" bringt Schaefer nun Taster für hochfrequentierte und besonders vandalismusgefährdete Aufzugsanlagen auf den Markt.

Während Taster gem. EN 81-71 Klasse 2 bei der Stoßprüfung einem dreimaligen Schlag von 1 kg aus 1 m Höhe, was einer Stoßenergie von 10 Joule entspricht, standhalten müssen, werden die Taster mit der Auszeichnung "Class 3+" mit drei Schlägen mit 5 kg aus 0,4 m Fallhöhe, was einer Energie von 20 Joule entspricht, getestet. Damit sind Class 3+-Taster doppelt so robust wie bisherige EN 81-71 Klasse 2-Taster. Darüber hinaus wurde bei Class 3+ die Schutzklasse auf IP 54 erhöht (statt IP X3 bei EN 81-71 Klasse 2).

Die erweiterten Eigenschaften konnten erreicht werden ohne die bisherigen einzuschränken. Um einen einfachen Austausch bisheriger Komponenten sicherzustellen, stehen entsprechende Class 3+-Varianten für die Taster B 50 Q/R, B 45 Q/R, VB 42 und VB 42 M zur Verfügung.

www.ws-schaefer.com

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