Montag, 20. November 2017
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Auswirkungen auf RWA- und Feststellanlagen

Geräte von Brandsicherheitsanlagen sind seit Jahren Gegenstand der europäischen Normenarbeit.

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Wartung einer FSA nach Checkliste. (Foto: © BTR-Hamburg)

Mit Einführung der EU-Richtlinie 2006/123/EG, der sogenannten Dienstleistungsrichtlinie, gerieten auch die Dienstleistungen für elektronische Brandsicherheitsanlagen in den Fokus der Sicherheitsbranche. Das Ergebnis langjähriger Normenarbeit mündete in die neue DIN EN 16763.

Sie stellt Kriterien für die Bewertung von Dienstleistern der Sicherheitsbranche, involvierten Beschäftigten und für das zu liefernde Dienstleistungsergebnis auf. Damit stehen erstmals die "Mindestanforderungen" für ein einheitliches Dienstleistungsniveau verbindlich fest.

Auswirkungen auf Rauch- und Wärmeabzug (RWA) und Feststellanlagen (FSA)

HandwerkDie mit der Realisierung von Brandsicherheitsanlagen verbundene umfassende Planung und Installation ebenso wie die Inbetriebnahme, die Abnahme und auch die Instandhaltung von elektronischen Sicherheitssystemen in den Bereichen des technischen Brandschutzes und der Alarmierungsanlagen ist zusammen mit den nationalen oder europäischen Anwendungsregeln sowie mit nationalen Gesetzen und Regelungen für das Fachgebiet anzuwenden. Sie gilt unabhängig von der Projektgröße.

Als nationale Anwendungsregeln können für den Bereich Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) folgende Veröffentlichungen herangezogen werden:
- DIN 18232 Teil 2
- ZVEI-Merkblatt 82009
- RAL-Gütesicherung GZ 591 der RAL-Gütegemeinschaft Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
- BHE-Richtlinie NRA-EA
- VdS-Richtlinie 2133
- die Bauordnungen der Länder
- weitere Verordnungen des Baurechts

Für den Bereich Feststellanlagen (FSA) gelten folgende Anwendungsregeln:
- DIBt-Richtlinie für Feststellanlagen
- DIN 14677

Sicherheitsrelevante Bearbeitungsphasen

Die DIN EN 16763 bezieht sich auf die nachstehend dargestellten Bearbeitungsphasen der jeweiligen Systemart. Dienstleister müssen in Zukunft diese in Übereinstimmung mit den jeweils geltenden Anwendungsregeln deklarieren, anbieten und Ihre Qualifikation für jede Bearbeitungsphase nachweisen.

HandwerkUnabhängig von der Größe des Unternehmens oder der Organisationsform sind die Regelungen der DIN EN 16763 klar definiert. Im ersten Teil werden die "allgemeinen Anforderungen" beschrieben. Hierbei geht es um formale Angaben, wie Tätigkeitsfeld, Ausstattung des Betriebes, Handelsregistereintrag und Funktion des Verantwortlichen.

Im zweiten Teil geht es vorrangig um die mit der Ausführung der Dienstleistung betrauten Personen. Die abgestuften Anforderungen und Verantwortlichkeiten an das Personal werden klar umrissen. Im dritten Teil der Norm geht es um die allgemeinen Anforderungen an die Dienstleistungsergebnisse und die notwendige Dokumentation.

Handlungsbedarf der Auftraggeber und Dienstleister

Grundsätzlich sind die Auftraggeber für Dienstleistungen an Sicherheitsanlagen verpflichtet, nur qualifizierte Fachunternehmen zu beauftragen. Neben den gängigen Qualifizierungsnachweisen ist der Nachweis für die Einhaltung der Anforderungen aus der DIN EN 16763 für Auftraggeber ein wichtiges Kriterium. Qualifizierte Planer, Errichter und Instandhalter von Sicherheitsanlagen haben auf Basis der neuen Norm die Möglichkeit, ihre Kompetenz, Ihr Know-How und ein hohes Dienstleistungsniveau nachzuweisen.

Mit Einführung der DIN EN 16763 wird die Dienstleistung für Brandsicherheits-anlagen in Europa vereinheitlicht. Neben den geprüften Produkten der Brandschutztechnik kann ab sofort mit Hilfe einheitlicher Anwendungsregeln ein hohes Dienstleistungsniveau der Planer, Errichter und Instandhalter für RWA- und Feststellanlagen nachgewiesen werden. Die ersten Zertifizierungen liegen bereits vor.

Kurt Seifert, Geschäftsführer BTR Brandschutz Technik GmbH, Hamburg und Vorstandsvorsitzender der GRW Gütegemeinschaft Rauch- und Wärmeabzugsanlagen.

www.grw-partner.de

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