Dienstag, 20. November 2018
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Alt werden, mobil bleiben

Häuser im Gründerzeitstil sind meist ohne Aufzug. So auch eines in der Podbielskistraße im Stadtteil List von Hannover. Bis vor kurzem wurde das Haus allein über eine Treppe erschlossen. Jetzt sorgt ein Kone ProSpace für mehr Komfort.  

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Erst seit den 1960er-Jahren werden Gebäude mit mehr als drei Geschossen mit Aufzügen ausgestattet. Im Haus in der Podbielskistraße in Hannover-List, das 1911 erbaut wurde, fehlte ein Aufzug. Dabei hat ein Großteil der Bewohner das 60. Lebensjahr bereits überschritten. Einige von ihnen wohnen schon seit Jahrzehnten hier.

Wie Axel Rolser, der mit seiner Ehefrau Elke 1981 eine Wohnung in der zweiten Etage erwarb und seitdem hier lebt. 2013 ergriff der Architekt im Ruhestand die Initiative, die zum nachträglichen Aufzugeinbau führte. "Treppen steigen hält zwar fit, aber es wurde höchste Zeit für eine Alternative", so der 75-Jährige.

Einbau im Treppenauge

Rolser fragte an, und die Stadt Hannover erlaubte den Aufzugeinbau – allerdings nur im Inneren des Gebäudes, da die Fassade unter Denkmalschutz steht. Die anderen Eigentümer signalisierten Interesse: der Architekt hatte grünes Licht zu planen. Die eingeholten Angebote hatten jedoch Haken: "Lösungen mit Maschinenraum schieden aus Platzgründen aus, Anlagen mit Hydrauliktechnik hätten ein Durchbrechen der Bodenplatte im Erdgeschoss erfordert, um den Hydraulikstempel im Keller zu installieren", erinnert sich Rolser. Es kam ein Kontakt zu Kone zustande. "Um mir ein Bild zu machen, trafen wir uns vor Ort", sagt Alexander Diemert, Modernisierungsverkäufer bei Kone.

Handwerk"Das große Treppenauge bot eine gute Grundsituation für den Einbau des Kone ProSpace." Die Eheleute Rolser stießen in der Nachbarschaft auf ein Haus, dessen Fassade gerade mit dem Planungsbüro Isernhagen saniert wurde. Rolser rief bei dessen Geschäftsführer Stefan Boltes an. Man einigte sich auf eine Zusammenarbeit. Im Frühjahr 2014 lud Diemert in die Kone Academy ein, um Rolser und Boltes ein ProSpace-Exponat zu demonstrieren. Der Aufzug passte gleich in mehrerer Hinsicht gut zum Haus in der Podbielskistraße: "Die Anlage ist sehr raumeffizient, die Differenz zwischen den Außenmaßen der Schachtkonstruktion und den Innenmaßen der Kabine beträgt gerade einmal 20 cm", sagt Diemert.

Weitere Vorteile: Die Schachtgrube benötigt nur eine Tiefe von 10 cm, mit 2,5 m ist ein verkürzter Schachtkopf möglich. Ein Maschinenraum ist nicht notwendig, der Antrieb sitzt auf dem Dach der Anlage. "Für den ProSpace sprach auch, dass die Installation nur zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen sollte, sowie die geringen Eingriffe in die Bausubstanz des Hauses", erklärt Boltes. Die Eigentümer beschlossen den Einbau, das Planungsbüro Isernhagen stellte den Bauantrag, schließlich erteilte die Stadt Hannover im August die Zusage.

Jeder Zentimeter zählt

Nun hieß es, die Arbeiten in Angriff zu nehmen. Für die Schachtgrube mussten zehn Zentimeter an der Deckenplatte des Erdgeschosses abgetragen werden. "Hierzu haben wir den Terrazzoboden im Treppenauge behutsam ausgestemmt", erklärt Boltes. "Unter der Erdgeschossdecke haben wir zudem eine Stahlrahmenkonstruktion im Keller eingebaut, um Druck, Zug und Schub des Aufzuges ins Fundament abzuleiten. Glücklicherweise trägt sich das Schachtgerüst quasi selbst, der Aufzug bringt nur geringe Kräfte ins Haus." Es folgten Messungen mit einem Laser, wobei sich bestätigte, dass das Treppenauge nicht lotrecht war.

Die Kabine sollte so groß wie möglich ausfallen, damit ein Rollstuhlfahrer, eine Begleitperson sowie Einkäufe ohne Probleme befördert werden können. "Ich habe daher um jeden Zentimeter gekämpft", sagt Rolser. Wo nötig, wurden die Treppenstufen eingekürzt. Im Ergebnis entstand ein lotrechtes Treppenauge mit einer Grundfläche von 1,2 x 1,9 m, das eine 1 x 1,75 m große Aufzugkabine ermöglichte. Zum Vergleich: Die DIN EN 81-70 fordert bei der Zugänglichkeit von Aufzügen für Personen mit Behinderungen Fahrkorbmaße von 1 x 1,25 m. Das Planungsbüro Isernhagen bestellte im September die Anlage. Der Einbau sollte bis zum Jahresende erfolgen.

Kurze Einbauzeit

HandwerkEnde November rollte ein zweiköpfiges Kone-Team an, das den Aufzug installierte. Dadurch, dass alle Bauteile des ProSpace optimal aufeinander abgestimmt, klein und kompakt sind und sich einfach im Gebäude transportieren lassen, ging der Einbau zügig und reibungslos vonstatten: Die Monteure bauten das Schachtgerüst auf, installierten die Kabine sowie die Haltestellentüren.

Um Platz für Haltestellen und Aufzugtüren zu schaffen, musste das Treppengeländer in den Etagenpodesten unterbrochen werden. Die an den Unterbrechungen angebrachten Handlaufblenden entwarf Rolser – eines von vielen Details, die der Architekt im Ruhestand zum Projekt beisteuerte. Insgesamt nahmen die Installation des ProSpace sowie die bauseitigen Leistungen nur drei Wochen in Anspruch. Nach dem Anschluss ans Stromnetz, einigen Probefahrten und der Abnahme durch den TÜV ging der Aufzug Anfang 2015 in Betrieb.

Mobilität verbessert

Wer den Aufzug sieht, würde nicht denken, dass die Anlage erst kürzlich eingebaut worden ist. Denn die Schachtkonstruktion aus weiß lackierten Stahl- und Glaselementen sorgt dafür, dass sich die Anlage optimal integriert, das Treppenhaus transparent und hell bleibt. Die 68-jährige Elke Rolser benutzt nach wie vor und so oft es geht die Treppe. "Aber wenn ich mit Einkäufen nach Hause komme, freue ich mich sehr, dass ich jetzt den Aufzug nehmen kann."

Noch größer ist die Freude bei Eckhart Elberskirch und seiner Ehefrau Ulla: "Mein Mann ist in seiner Mobilität eingeschränkt, so dass wir eine Zeit lang ernsthaft nachdachten, auszuziehen. Dank des Aufzugs können wir nun in unserer gewohnten Umgebung bleiben." "Für uns Stadtmenschen ist die Wohnlage mit Einkaufs- und Flaniermeile sowie dem Stadtwald in unmittelbarer Nähe ideal, und mit der U-Bahn-Haltestelle direkt vor der Haustür könnte die Anbindung an den Nahverkehr nicht besser sein", fügt Elke Rolser hinzu. "Der Aufzug sorgt dafür, dass wir hier alt werden können."

www.kone.de

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