Samstag, 17. November 2018
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Händchen weg? – Nicht mehr nötig!

Neugierige Kinder starren fasziniert durch verglaste Schachttüren in den Aufzugschacht. Sie fassen mit beiden Händen an die Glastüren und nehmen oft nicht wahr, dass sich beim Öffnen der Fahrkorbtür auch die Schachttür mit zur Türzarge hin bewegt.

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Bevor das Kind seine Hände von der Tür wegnehmen kann, sind sie zwischen Türblatt und Zarge eingequetscht. Erst nach Überschreiten der maximalen Motorkraft des Türantriebes wird die Tür-Auf-Bewegung blockiert. Meiller Aufzugstüren hat eine Lösung entwickelt, die solche Unfälle vermeiden hilft.

Verschiedene Möglichkeiten

In Deutschland wird zwar äußerst selten über Unfälle durch Einziehen von Kinderhänden an Glastüren berichtet, aber eine europäische Kaufhauskette sieht dieses Thema mittlerweile als Unfallursache Nr. 1. Die Unfallhäufigkeit liege bei mindestens einem Fall pro Woche, bei einigen Geschäften bis zu mehreren Fällen pro Monat. In den meisten Fällen wird die "Angelegenheit schnell und unbürokratisch vor Ort geregelt". Das lässt vermuten, dass die Dunkelziffer bei dieser Art von Unfällen extrem hoch ist.

Die Aufzugbranche kennt heute verschiedene Möglichkeiten, die gegen das Einziehen von Kinderhänden wirken sollen: Reduzierte Spalte zwischen Glastürblättern und Türzargen können helfen, auch die Reduzierung bzw. Eintrübung der Glasfelder bis 1100 mm, eine abweisende Geometrie der Türzargen oder das Einsprühen von Glasoberflächen mit bestimmten Mitteln, die ein Abgleiten der Hände bewirken sollen.

HandwerkFingerGuard setzt neue Maßstäbe

In den zukünftigen Normen und Richtlinien wird versucht, eine Verbesserung dieses Themas zu bewirken, allerdings ohne konkrete Handlungsanleitungen. So sieht die EN 81-20 vor, Glastüren bis zu einer Höhe von 1100 mm undurchsichtig zu gestalten, alternativ bis zu einer Höhe von mindestens 1600 mm die Finger von Kindern bei der Öffnung der Türen zu erkennen, oder alternativ den Spalt zwischen Türblatt und Zarge bis zu einer Höhe von 1600 mm auf maximal 4 mm, im Betrieb auf 5 mm zu begrenzen. Vorsprünge an Glastüren dürfen 1 mm, Radien an den Zargen dürfen 4 mm nicht über-schreiten. Das Einsprühen von Glasoberflächen wird allerdings explizit ausgeschlossen.

Meiller setzt mit seinem System FingerGuard neue Maßstäbe. Der zu überwachende Raum wird mit einem Bereich von 10-15mm sehr eng definiert. Damit wird vermieden, dass sich ein Kinderfinger am Detektor vorbei in den Einzugsbereich "mogeln" kann. Wird im Überwachungsbereich eine Gefahr erkannt, kommt das Türsystem zum Stillstand, bevor das Objekt den Einzugsbereich erreicht.

Um eine Glastür bei normaler Öffnungsgeschwindigkeit im Überwachungsbereich zum Stehen zu bringen, sind zwei eigens dafür entwickelte Komponenten notwendig: Ein Detektor, der einfach auf den gewünschten Bereich einzustellen und einmalig an der Aufzugtür einzulernen ist. Und eine Bremsschaltung, die zentral im Türantriebssystem sitzt und sich im Normalzustand passiv verhält.

Einfache Installation

HandwerkDie Installation von FingerGuard ist einfach, weil steckerfertig vorbereitet. Wird nun ein Objekt im Überwachungsbereich erkannt, so werden die Verbindung zwischen Türsteuergerät und Motor sowie die Eingangssignale am Türsteuergerät sofort getrennt und die gesamte, dem Türantrieb zur Verfügung stehende Energie der Aufzugtür entgegengestellt.

Die Aufzugtür kommt damit zum Stillstand, bevor das Objekt in den Öffnungsspalt gezogen wird. Das System wird mit dem Tür-Auf-Befehl aktiviert (Der Sensor muss nur einmal bei der Inbetriebnahme eingestellt werden und steht bei Aktivierung sofort zur Verfügung). Sobald die Tür komplett geöffnet ist, wird das System deaktiviert. Auf diese Art überwacht das System das Einziehen von Kinderhänden nur im Zusammenhang mit der Tür-Auf-Bewegung und vermeidet damit jegliche Fehlinterpretation außerhalb dieser Phasen.

FingerGuard ist sowohl für mittig öffnende als auch für teleskopierende Aufzugtüren verfügbar. An Lösungen für den nachträglichen Einbau wird ebenfalls gearbeitet.

www.meiller-aufzugtueren.de

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