Montag, 19. November 2018
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Prüfpflicht wird vernachlässigt

Deutschland habe insgesamt ein hohes Sicherheitsniveau bei technischen Anlagen, meldet der Verband der Technischen Überwachungsvereine (VdTÜV). Das geht aus seinem jüngst veröffentlichten Anlagensicherheits-Report hervor.

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Bedenklich sei allerdings, dass viele Betreiber trotz gesetzlicher Vorschrift ihre Aufzugsanlagen immer noch nicht zur Prüfung anmelden. Der VdTÜV geht von etwa 20 Prozent aller Aufzüge aus, die der Prüfpflicht entzogen wurden.

Besonders sensibel

Ende April hat der Verband der Technischen Überwachungsvereine (VdTÜV) einen Anlagensicherheits-Report herausgegeben. Der Report ist eine statistische Auswertung der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen an überwachungsbedürftigen Anlagen durch die dafür zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS) im Jahr 2015. Überwachungsbedürftig im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung sind auch Aufzugsanlagen.

Aufzüge werden täglich von Millionen Menschen genutzt und sind deswegen für unter Sicherheitsaspekten besonders sensibel. Die technischen Prüfungen der ZÜS haben im Jahr 2015 ergeben, dass 38,6 Prozent der Anlagen mängelfrei waren und fast die Hälfte der geprüften Aufzüge (47,72 Prozent) nur geringfügige Mängel hatten.

Positiver Trend

Dennoch können die Experten keine Entwarnung geben, da die Zahl der geprüften Aufzüge mit sicherheitserheblichen Mängeln rund 70.000 (13,04 Prozent) betrug. Hinzu kommt, dass jeder fünfte Aufzug von seinem Betreiber nicht zur gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung vorgeführt wurde, weshalb über den Zustand dieser Anlagen nichts bekannt ist.

Es zeichnet sich allerdings ein positiver Trend ab: Die Zahl der geprüften Aufzüge hat sich von 500.000 im Jahr 2014 auf rund 530.000 erhöht. "Durch die Betriebssicherheitsverordnung wurde ab Juni 2015 eine verpflichtende Prüfplakette an den Anlagen eingeführt", erklärt Dr. Brüggemann, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV, "Möglicherweise ist hier schon ein erster positiver Effekt erkennbar."

Zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen

Aufzugsanlagen sind dann sicher, wenn sie in ausreichendem Maße qualifiziert gewartet und instandgehalten werden, betont auch der VDMA Fachverband Aufzüge und Fahrtreppen. Einige Unfälle hätten durch Investitionen in Modernisierung vermieden werden können. Eine signifikante Gefährdung für Nutzer kann durch Anlagen entstehen, die weder geprüft noch gewartet werden.

Dass die Sicherheit bei Aufzügen durch Maßnahmen ist in den letzten Jahren gestiegen, sei zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen geschuldet. Für mehr Sicherheit sorgten etwa der Einbau von Fahrkorbabschlusstüren, die Installation von Notrufsystemen, von Notlicht und Lichtgittern als Türsicherung, die Sicherung gegen Abfahren mit geöffneter Tür und die Erhöhung der Anhaltegenauigkeit des Aufzugs.

Von Bettina Heimsoeth

http://auf.vdma.org
www.vdtuev.de

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