Montag, 19. November 2018
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Die Brücke zu mehr Gebäudeeffizienz

Der Aufzug wird längst nicht mehr als alleinstehendes Gewerk betrachtet, sondern muss im Sinne eines erfolgreichen Facility Managements im Kontext des gesamten Gebäudes betrachtet werden.

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Beleuchtung und Verschattung, Aufzug, Heizung und Lüftung – werden die verschiedenen Gewerke aufeinander abgestimmt, lassen sich Gebäude wesentlich energieeffizienter betreiben. Weitere Möglichkeiten wie Überwachung und Alarmierung ergeben sich, wenn die einzelnen Komponenten mit hoher Integrationstiefe vernetzt werden. Gleichzeitig eröffnen Trendlogaufzeichungen neue Potenziale für die Gebäudeautomation.

Kommunikative Aufschaltung via Datenprotokoll

Wenn es um komplexere Regelparameter oder Funktionen geht, reicht der Austausch von analogen und digitalen Steuersignalen in einer klassischen Aufschaltung durch Hardwarekontakte oft nicht aus. Hier bietet die kommunikative Aufschaltung via Datenprotokoll Vorteile, die sich aus dem koordinierten Zusammenspiel der einzelnen Gewerke ergeben.

Neben dem dafür benötigten Know-how ist dabei die Interoperabilität der verschiedenen Hersteller die größte Herausforderung. Die notwendigen Brücken baut das Netzwerkprotokoll BACnet (Building Automation and Control Networks). Als international führender Standard (ISO 16484-5) überwindet BACnet Herstellergrenzen und schafft somit die Basis, um den Datenaustausch zwischen den verwendeten Geräten zu vereinheitlichen.

International führender Standard

Gewonnene Informationen werden als standardisierte Objekte zur Verfügung gestellt, ein Objekt kann verschieden Eigenschaften enthalten. Hierbei ermöglicht die Visualisierungs- und Analysesoftware BACeye einfachen Zugriff auf die BACnet-Geräte und deren Objekte und Eigenschaften. Über 50 Objekte bilden analoge, binäre oder mehrstufige Größen ab.

Sie stellen Zeitschaltprogramme, Alarmklassen, Brand- oder Einbruchmeldeanlagen, Zutrittskontrollsysteme oder Trendlogs dar und sollen zukünftig auch Aufzüge und Fahrtreppen etc. umfassen. Über 40 definierte Dienste ermöglichen einfache Services wie Lesen/Schreiben, Management-Zugriff auf die Geräte sowie den Austausch von Routinginformationen oder Authentifizierungen.

Technische und organisatorische Systemintegration

HandwerkSollen die verschiedenen Komponenten kommunikativ aufgeschaltet werden, gibt es eine Reihe von Fragen. Das beginnt bei den betroffenen Geräten und den durch die Integration zu erreichenden Zielen, geht über die eingesetzten Kommunikationsprotokolle und Tools bis zu Benutzerberechtigungen und Wartung des Netzwerks.

In organisatorischer Hinsicht gilt zu beachten: Die einheitliche Verwendung von Texten und Zeichen, die Verantwortlichkeiten für einzelnen Gewerke, Absprachen mit der IT-Abteilung, Anbindung ans Internet etc.

Aufschaltungen auf den verschiedenen Ebenen

Fördertechnische Anlagen wie Aufzüge und Fahrtreppen sind in der Regel nicht mit einer BACnet – Schnittstelle ausgestattet. Hier lassen sich Gateways wie das Universalgateway UGW als Dolmetscher einsetzen. Außerdem übernehmen sie komplexere Aufgaben wie Spezifikationen für Zeitschaltprogramme, Alarmübertragung sowie Trendlog-Aufzeichnungen.

Auf die Sensoren und Aktuatoren der Feldebene, die als Server die Daten bereitstellen, greifen meistens DDC- oder SPS-Controller als Clients zu. Verwenden beide nicht das gleiche Netzwerkmedium, kann ein BACnet-Router sie wie ein Medienkonverter verbinden. Nutzen beide Geräte unterschiedliche Kommunikationsprotokolle, so lassen sich Gateways als Dolmetscher einsetzen und übernehmen komplexere Aufgaben wie Spezifikationen für Zeitschaltprogramme, Alarmübertragung sowie Trendlog-Aufzeichnungen, sofern das Feldgerät diese Funktionalitäten nicht zur Verfügung stellt.

Gateways stellen sicher, dass alle Geräte funktional zu einem homogenen BACnet-Gesamtverbund integriert werden. BACnet regelt hier den einheitlichen Datenaustausch im Rahmen der Gebäudeautomation. Mit BACnet können heute weitere Informationen – wie Einheit, Beschreibungstexte etc. – zur Verfügung gestellt werden. Dadurch lassen sich auf der Managementebene zusätzliche Funktionalitäten bereitstellen, wie etwa Alarmerkennung.

Alle Systeme im Blick

Die Systemintegration mit BACnet wäre nicht perfekt, wenn eine Übersicht über die verschiedenen Geräte und Funktionalitäten fehlen würde. Zu diesem Zweck stellt der Standard acht Geräteprofile bereit. Für die Abbildung der einzelnen Feld- und Automations-Devices existieren fünf Profile. Damit wird die hohe Skalierbarkeit deutlich, die BACnet für die Gebäudeautomation mitbringt. BACnet wird seine Position als international führender Standard in der Gebäudeautomation weiter festigen.

Von Nils-Gunnar Fritz, Thomas Reimann

www.mbs-software.de
www.reimann-online.biz

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