Montag, 19. November 2018
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Labor mit Panoramablick

Der Testturm von Thyssenkrupp Elevator in Rottweil bietet zweierlei: ein riesiges Testlabor für Aufzüge und einen atemberaubenden Panoramablick.

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Laboratorien wirken für Außenstehende eher steril. Faszination empfindet nur, wer sich im Thema auskennt. Nicht so der Testturm für Aufzüge von Thyssenkrupp Elevator im baden-württembergischen Rottweil. Eine Aussichtsplattform mit rund vier Meter hohe Glasfassaden sorgt auf 232 Metern Höhe für einen fantastischen Rundumblick – bei idealen Wetterbedingungen bis zu den Alpen. Im Kreise von Journalisten wurde die Plattform in dem sich noch im Rohbau befindlichen Turm jetzt eröffnet. In einem knappen Jahr wird sie auch dem Publikum zugänglich sein.

Schwingungen können simuliert werden

HandwerkIm Innern des Turms soll ab Dezember geforscht werden. Im Thyssenkrupp-Werk in Neuhausen bei Stuttgart steht bereits einer der größten Antriebe zum Einbau bereit: Die Maschine wird zukünftig den schnellsten Aufzug im Testturm mit bis zu 18 Metern pro Sekunde durch den Schacht bewegen. Ein ähnlicher Antrieb ist schon heute im One World Trade Center in New York und im Shanghai World Financial Center im Einsatz. Ende Januar wurde von der Gerb Schwingungsisolierungen GmbH in der Turmröhre ein riesiges, von elektromagnetischen Linearmotoren gehaltenes Pendel installiert – auf 193 Metern Höhe.

Diese Technologie ist bereits in Hochhäusern in New York, Shanghai oder Dubai verbaut, doch in der Kombination aus aktiver und passiver Bewegung ist sie weltweit einmalig: "Die Entwicklungsingenieure von Thyssenkrupp Elevator können dank des aktiven Pendels Aufzugssysteme unter realistischen Bedingungen testen", berichtet der Vorstandsvositzende von Thyssenkrupp elevator, Andreas Schierenbeck.

"Auch die Schwingungen verschiedener, real existierender Gebäude können wir simulieren." Zu den Zukunftstechnologien, die in Rottweil getestet werden, zählt insbesondere die neueste Aufzugsgeneration, der Multi. In der neuen Testeinrichtung sind alleine drei der zwölf Turmschächte für das neue Multi-System vorgesehen.

Außergewöhnliches Beleuchtungskonzept des Testturms

HandwerkIm Sommer wird dem Turm sein finales Erscheinungsbild verliehen: mit einer rund 17.000 Quadratmeter großen Hülle aus einem polymerbeschichteten Glasfasergewebe. Zum einen ist das ein hochkomplexer Werkstoff, der langlebig und selbstreinigend ist. Zum anderen schützt sie den Turm auch vor intensiver Sonneneinstrahlung und reduziert die Eigenbewegung des Gebäudes, indem sie die Kräfte des Windes zerlegt.

Der Werkstoff kam bereits bei der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Afrika zum Einsatz: Im "Cape Town Stadium" wurde das Stadion in eine nahezu transparente Membran aus Glasfaser gehüllt. Durch den stufenweisen Übergang der Hülle ist der Turm im unteren Bereich annähernd undurchsichtig und wird nach oben hin transparenter, da das Gewebe weitmaschiger wird.

Die Membran erlaubt auch das außergewöhnliche Beleuchtungskonzept des Testturms. Mit seiner Fertigstellung werden unzählige LED hinter der Membran dem Turm einen strahlenden Auftritt ermöglichen. "Der Testturm wird damit zum Leuchtturm-Projekt für Thyssenkrupp", so Schierenbeck.

Von Bettina Heimsoeth

www.thyssenkrupp-elevator.com

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