Dienstag, 20. November 2018
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Aufzüge im Netzwerk

Schon lange bekannt, aber jetzt erst so richtig aktuell – Aufzüge im Ethernet-Netzwerk. Gerade für Betreiber mit vielen Aufzügen auf einem Gelände macht es Sinn, auch bei Aufzügen über die Vernetzung nachzudenken.

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Zurzeit werden viele analoge und ISDN-Telefonanlagen Schritt für Schritt außer Betrieb genommen. Die Versorgungslage mit funktionierenden Notrufen wird dann plötzlich zum Problem. GSM ist eine Möglichkeit, dem Wandel zu begegnen, Ethernet eine andere. Wobei durchaus eine Kombination dieser beiden "Welten" Sinn machen kann, so können Notrufe auch über Ethernet übertragen werden.

Die Übertragungswege (Kabel oder Funk) und die Protokolle (TCP/IP, VoIP, …) sind aber vielfältig und bedürfen der vorherigen Abstimmung. Oft kommt es etwa bei Gateways, die die Daten der analogen (Notruf-) Geräte umsetzen auf VoIP und wieder zurück zu unvorhergesehenen "Erscheinungen", sprich, es funktioniert einfach nicht, weil die Daten in IP-Pakete zerstückelt und auf der anderen Seite wieder zusammengesetzt werden müssen. Es gibt nicht viele Gateways, bei denen das wirklich reibungslos funktioniert, also: aufpassen!

Umfassende und flüssige Diagnose aller Anlagen

HandwerkEin durchgängiges Ethernet-Netz, am besten auch unter Nutzung des Internets, bietet neben den Nachteilen einer zu berücksichtigenden Netzwerksicherheit, viele Vorteile wie z. B. die umfassende und flüssige Diagnose aller Anlagen. Dieses schließt auch eine Hilfe für den Aufzugmonteur durch den Steuerungs- oder Frequenzumrichterhersteller bei Inbetriebnahme und Fehlersuche mit ein.

Einige neue Aufzugsteuerungen haben bereits eine (auch funktionierende) Ethernet-Schnittstelle an Bord. Auch bei Frequenzregelungen und weiteren Geräten zeichnet sich ein solcher Trend ab, weil neue Prozessoren und deren Betriebssysteme von Hause aus Ethernet mit vielen Protokollen unterstützen.

Softwarepaket von Strack

Im einmal aufgebauten Ethernet-Netzwerk arbeiten z.B. einer oder zwei redundant aufgebaute Server z.B. mit Microsoft Windows Server 2012, auf denen das Programm LIFTnet als Dienst installiert ist. Ebenfalls sollte dann im Netz ein separat aufgestellter Backup-Server und mindestens ein Client-Rechner angebunden sein, z.B. als 64bit Micro-PC mit Windows 8.1.

LIFTnet ist ein Softwarepaket von Strack in der bald 3. Generation, an das beliebig viele Aufzüge und andere Gewerke wie z.B. Fahrtreppen, Heizungs-, Klima- und Krananlagen, Hebebühnen, usw. gekoppelt werden können. LIFTnet dient als Störungszentrale, Visualisierungs-, Diagnose-, Wartungs- und Parametrierungsstation und baut auf einer professionellen SQL-Client/Server-Datenbank auf.

HandwerkDas Multitalent: MULTiBUS-Coupler

Der neu entwickelte MULTiBUS-Coupler ist ein kleiner, leistungsfähiger und sehr sparsamer Linux-Rechner speziell entwickelt für Aufzüge, aufrastbar auf TS35-Tragschiene. Er kann erweitert werden mit beliebig vielen Busmodulen für Ein-/Ausgänge, Musik, Sprachansagen, Absolutgeber, USB-Geräten, etc.

Der MULTiBUS-Coupler ist eine Art leistungsfähiger Datensammler, zugleich eine Mini-Steuerung und ein Buswandler (Gateway, Router), der viele erweiterbare Aufgaben in Aufzugsteuerungen und in Aufzugnetzwerken übernehmen kann.

SLC4-Steuerungen im Netzwerk

Bestehende und neue Strack SLC4-Steuerungen können durch den MULTiBUS-Coupler in ein LIFTnet-Ethernet-Netzwerk eingebunden werden. Dabei wird der Coupler wie ein COM-Server verwendet. Ein COM-Server hält auf der einen Seite die Verbindung zum Ethernet-Netzwerk, auf der anderen Seite über z.B. eine RS232-Schnittstelle die Verbindung zur Steuerung. Der Coupler ergänzt die COM-Server-Funktionen jedoch mit weiteren Funktionen, z.B. mit einer Abfrage aller vorhandenen Sicherheitskreiskontakte, einem erweiterten Fahrtenschreiber, etc.

Beliebige Steuerungen im Netzwerk

Der MULTiBUS-Coupler kann beliebige (Fremd-)Steuerungen in das LIFTnet-Netzwerk einbinden. Die Verbindung zu den Aufzugsteuerungen und anderen Steuerungen wie z.B. Fahrtreppen erfolgt mittels Ein-/Ausgängen beliebig vieler MULTiBUS-Module, z.B. dem TÜV-geprüften IOM-UIN.

HandwerkDas Besondere am IOM-UIN sind die jeweils 12 Universalspannungseingänge, die Spannungen zwischen 8 und 250V AC/DC abfragen, auch direkt am Sicherheitskreis. Das jeweilige Signal der Steuerung wird dabei praktisch nicht belastet (nur 0,1 – 1,9 mA), also auch nicht verfälscht. Dennoch führen die oft vorhandenen hohen Restspannungen, hervorgerufen durch Induktion an unbelasteten Leitungen, nicht zum Fehlsignal, da der Coupler immer weiß, welche Nennspannung an jedem Eingang zu erwarten ist.

Erweiterung beliebiger Steuerungen mit elektronischem Aufzugwärter

Der MULTiBUS-Coupler kann fremde Aufzugsteuerungen mit einem elektronischen Aufzugwärter ergänzen. Der Aufzug kann dabei jedes übliche Fernnotrufgerät verwenden. Eine Verbindung zu LIFTnet wird hierbei nicht benötigt, ist aber von Vorteil.

Bei Verwendung des elektronischen Aufzugwärters darf das wöchentliche Prüfintervall der Beauftragten Person bei einem Aufzug mit maschinell betätigten Schachtschiebetüren auf 4 Monate bzw. 30.000 Fahrten, bei einem Aufzug mit handbetätigten Fahrschachttüren auf 2 Monate bzw. 15.000 Fahrten ausgedehnt werden.

Erweiterung beliebiger Steuerungen mit dynamischer Brandfallsteuerung

Auch ohne Netzwerkanbindung kann der MULTiBUS-Coupler jede vorhandene Aufzugsteuerung mit einer statischen und dynamischen Brandfallsteuerung erweitern. Man muss also nicht gleich die ganze Aufzugsteuerung (und ggf. Tableaus, Verkabelung, ...) austauschen, wenn eine Brandfallsteuerung erforderlich wird. Eine Verbindung zu LIFTnet wird hierbei nicht benötigt.

www.strack-lift-automation.de

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