LifeLesson statt Leerlauf
Die gemeinnützige Organisation "LifeTeachUs" aus Berlin bringt Schulen und Unternehmen zusammen. Fällt Unterricht aus, können Aufzugsbauer aus ihrem Berufsalltag berichten und für eine Ausbildung werben.
VON BERND LORENZ
So kommen Praktiker in die Schulen: Unternehmen oder Verbände melden sich über die Website von LifeTeachUs an. Sie und ihre Mitarbeiter, die auch unabhängig von ihrem Arbeitgeber mitmachen können, erhalten einen Code, mit dem sie sich gratis in der App registrieren können.
Fällt eine Unterrichtsstunde aus, stehen Projekt- oder Berufsorientierungstage an oder soll der Fachunterricht mit externem Know-how angereichert werden, können die Schulen per App einen Experten aus der Praxis anfordern. Die potenziellen "LifeTeacher" müssen ein grobes Konzept einreichen, wie sie ihre Unterrichtsstunden gestalten wollen. Das mit LifeTeachUs abgestimmte Konzept wird im System hinterlegt.
Foto: © LifeTeachUSIn der App wählen die Schulen ein Thema aus. Dies kann etwa der berufliche Werdegang eines Gesellen oder eines Betriebsinhabers aus der Aufzugsbranche sein. Die Anfrage geht wie in einer Taxi-App zeitgleich an alle passenden Profile raus.
Interaktion und Spontanität
"Jeder entscheidet selbst, ob er sie annehmen möchte. Wer als Erster zusagt, blockiert den Termin. Alle anderen erhalten dann eine Nachricht, dass sie es beim nächsten Mal probieren sollen", so Ludwig Thiede, Geschäftsführer von LifeTeachUs. Es sei jedem Registrierten selbst überlassen, wie viele Anfragen pro Schuljahr akzeptiert werden.
Eine "LifeLesson" dauert in der Regel eine klassische Schulstunde – also 45 Minuten. Zu Anfang sollen sich die LifeTeacher vorstellen und einen kurzen Impulsvortrag zu ihrem Thema halten. Lange Monologe und plumpe Werbung für den eigenen Betrieb sind bei LifeTeachUs unerwünscht. Das Konzept lebt von der Interaktion und Spontanität.
Weitere Informationen: lifeteachus.org
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