Samstag, 17. November 2018
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Klebstoffe auf dem Weg nach oben

Schon seit Jahren treten Hochleistungsklebstoffe in vielen Industriezweigen immer öfter an die Stelle klassischer Fügetechnologien wie Nieten, Schweißen, Klammern und Schrauben.

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Denn Klebstoffe passen sich jeder Oberflächenbeschaffenheit an, härten bei Raumtemperatur schnell aus und beanspruchen kaum Platz. Seit vielen Jahren schon beweisen sich Klebstoffe bei der Fertigung von Ein- oder Mehrpersonen-, Lasten- oder Güteraufzügen – Tendenz steigend. "Denn Klebstoffe bieten einen unschlagbaren Eigenschaftsmix", weiß Dr. Mario Madrid, Global director new market development bei Henkel.

Ingenieure schätzen die bessere Spannungsverteilung speziell auf großen Flächen oder in Bereichen, die hohen Belastungen ausgesetzt sind. Betreiber profitieren ebenso von geringerem Wartungsaufwand wie von höherer Energieeffizienz und sinkenden Kosten. Fahrgäste wiederum erleben exklusiveren Fahrkomfort und attraktive Innenraumgestaltung. Und Hersteller sowie deren Zulieferer können häufig Prozesse in der Produktion optimieren und so Kosten und Energie einsparen.

Festigkeit und Stabilität durch Omega-Profil

"Strukturklebstoffe sind die Multitalente, die vieles davon möglich machen", so Madrid. Im Wolkenkratzer "The Shard" in London wurden damit etwa die Türkonstruktionen der in jeweils einem Schacht betriebenen Doppeldeck-Aufzüge geklebt. "Bis zu 20 Prozent Gewicht können Kabinen allein durch den Einsatz von Klebstoffen verlieren, ohne auch nur ansatzweise an Leistung einzubüßen", so der Experte.

HandwerkDer Grund: Klebstoffe machen den Einsatz dünnerer und leichterer Materialien möglich. Kabinen lassen sich etwa mit Metallplatten herstellen, die nur halb so dick sind, wie sonst üblich. Analog zum Schweißen wird der Klebstoff dabei in nicht sichtbaren Bereichen auf das Paneel aufgetragen. Bereits der Klebstoff wirkt konstruktionsstabilisierend und -versteifend.

Ihre eigentliche Festigkeit und Stabilität erhält die Wand allerdings durch ein Omega-Profil, das an der nach außen gewandten Seite aufgeklebt wird. Das eingesparte Gewicht wirkt sich dann positiv auf den Energiebedarf der Aufzüge aus – und damit auch auf Start- und Maximalgeschwindigkeiten.

Bessere Energieeffizienz wirkt sich kostenschonend aus

Im Schwerlastbereich, wo Fahrstühle enorme Lasten befördern müssen, sorgen Klebstoffe für eine Erhöhung des maximalen Transportgewichts. In allen übrigen Leistungsbereichen wirkt sich die bessere Energieeffizienz ressourcen- und kostenschonend aus. Da der Lift durch die Gewichtsreduzierung bei gleicher Leistung weniger Strom benötigt, kann sogar der Einsatz kleinerer, preiswerterer Motoren erwogen werden.

Da Klebstoffe die Oberfläche der verbundenen Materialien nicht verändern, entfallen ansonsten übliche kosmetische Nacharbeiten. Werden Paneelen geschraubt oder geschweißt, so deckt man die Verbindungsstellen zumindest in Kabinen mit Besucherverkehr durch zusätzliche Verkleidungen ab. Damit erhöhen sich Kabinengewicht und Arbeitsaufwand abermals. Auch das Clinchen ist den Performancemöglichkeiten von Klebstoffen unterlegen, denn das Material wird deformiert, wodurch unansehnliche Unebenheiten in der Oberfläche entstehen.

Verbesserte Laufleistungen

In Elektromotoren zeigt sich der Wandel der Fügetechnologien ebenso. Immer öfter ersetzen Magnetklebstoffe die bislang etablierten Befestigungsmethoden der Magnete, wie die Verwendung von Clipsen oder Klammern, im Rotor beziehungsweise Stator des Elektromotors. Geklebte Magnete versprechen verbesserte Laufleistungen durch ein geringeres Vibrationsverhalten und reduzierte Geräuschentwicklungen.

Sie widerstehen jeglichen thermischen Einflüssen, sind schockresistent und absolut korrosionsfrei. "Speziell in diesem Segment bieten wir Klebstoffe, die in automatisierten Produktionsprozessen als Maßstab in Bezug auf optimale Leistungsausbeute und Kosteneffizienz gelten", so Madrid.

Nicht zuletzt eröffnet die durch Klebstoffe mögliche Leichtbauweise neue Designspielräume. Entwicklungsabteilungen können so Materialien verbinden, ohne sie bohren oder schweißen zu müssen. So werden Kombinationen von Materialien möglich, die sich traditionell nicht zusammen bringen ließen.

Holger Elfes, Pressesprecher  Adhesive Technologies Henkel AG

www.henkel.com

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