Fredrik Eliasson, Leiter von Mitsubishi Electric Building Solutions Europe und CEO von Motum: "Motum und Mitsubishi Electric Building Solutions ergänzen einander".

Fredrik Eliasson, Leiter von Mitsubishi Electric Building Solutions Europe und CEO von Motum: "Motum und Mitsubishi Electric Building Solutions ergänzen einander". (Foto: © Motum)

Mitsubishi nimmt Europa ins Visier

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Vor vier Jahren hat die Mitsubishi Electric Corporation das Unternehmen Motum AB übernommen. Seitdem ist der schwedische Konzern stetig gewachsen. Es wurden Aufzugsunternehmen aus Schweden, Norwegen und Irland übernommen und integriert.

Im April richtete Mitsubishi Electric die europäische Regionalzentrale von Mitsubishi Electric Building Solutions (European RHQ) ein, um die weitere Expansion in Europa voranzutreiben. Wir haben den Leiter des Unternehmens, Fredrik Eliasson, der zugleich CEO von Motum ist, zu dieser Strategie befragt.

Warum hat sich Mitsubishi Electric Building Solutions (MEBS) bei seinen Übernahmen zunächst auf den skandinavischen Markt konzentriert?
Eliasson: MEBS konzentrierte sich zunächst auf den skandinavischen Markt, da dieser als attraktiv galt und die Motum-Plattform als gute Grundlage für die weitere Expansion in Europa angesehen wurde.Auch die Kompetenz in den Bereichen Service und Modernisierung spielte eine wichtige Rolle. Die Motum-Unternehmen verfügen über langjährige Erfahrung im Umgang mit Aufzügen verschiedener Hersteller, und Mitsubishi Electric Building Solutions sieht in der Weitergabe dieses Fachwissens über das gesamte Unternehmen einen großen Vorteil.

Wie viele Aufzugssysteme betreiben die von MEBS übernommenen Unternehmen in ihren jeweiligen Ländern?
Eliasson: MEBS gibt keine Zahlen zur Anzahl der von den übernommenen Unternehmen verwalteten Aufzugssysteme bekannt. Sie sind jedoch für die zukünftige Strategie des Unternehmens von Bedeutung und bilden eine stabile Grundlage für die weitere Entwicklung und das Wachstum.

Inwiefern hängt die Rolle von Motum mit der europäischen Expansion von Mitsubishi Electric Building Solutions und der neuen europäischen Zentrale zusammen?
Eliasson: Europa ist ein attraktiver Markt, und um neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen, wurde eine europäische Organisation in Form einer regionalen Zentrale (Regional Headquarters, RHQ) gegründet. Ziel ist es, die Ausrichtung von Mitsubishi Electric Building Solutions auf das Europageschäft zu stärken. Gleichzeitig soll auf den starken lokalen Plattformen, die durch Motum geschaffen wurden, weiter aufgebaut werden.Durch diese organisatorische Umstrukturierung soll zudem die Koordinierung und Zusammenarbeit zwischen den bestehenden Unternehmen verbessert werden. Motum wird daher nicht durch die europäische Zentrale ersetzt; vielmehr ergänzen Motum und Mitsubishi Electric Building Solutions einander.

Welche strategischen und organisatorischen Veränderungen wird die Einrichtung der europäischen Zentrale im Hinblick auf die Expansion in Europa mit sich bringen?
Eliasson: Die Einrichtung der europäischen Zentrale soll die Koordinierung und Zusammenarbeit zwischen den Ländern stärken und künftige Wachstums- und Expansionsaktivitäten in ganz Europa unterstützen. Die Veränderungen sind sowohl organisatorischer als auch strategischer bzw. geschäftlicher Natur.Einer der wichtigsten Vorteile ist die Möglichkeit, Erfahrungen zwischen Unternehmen mit unterschiedlichen Fachgebieten und Marktausrichtungen auszutauschen. Darüber hinaus ergeben sich auch geschäftliche Chancen, die durch eine engere Zusammenarbeit genutzt werden können.Die Hauptaufgabe der europäischen Zentrale wird in der strategischen Koordinierung sowie in der Förderung der Zusammenarbeit und Weiterentwicklung innerhalb der gesamten europäischen Organisation bestehen, während die lokalen Unternehmen weiterhin ihre jeweiligen Geschäftsabläufe und Aktivitäten auf den lokalen Märkten verwalten werden. Es ist wichtig, das lokale Unternehmertum zu erhalten – und operative Entscheidungen sollten weiterhin kundennah getroffen werden. Daher werden die lokalen Teams auch weiterhin eine Schlüsselrolle bei der Betreuung ihrer Märkte spielen.

Ist es das Ziel, im Laufe der Zeit eine einheitlichere europäische Organisation zu schaffen?
Eliasson: Ja. Die Einrichtung der europäischen Zentrale ist Teil der Schaffung einer einheitlicheren und besser koordinierten europäischen Organisation.Eine besser abgestimmte Struktur soll die Zusammenarbeit zwischen den Ländern stärken, den Austausch von Erfahrungen und Fachwissen fördern und zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten innerhalb der gesamten Organisation schaffen.

Welche Strategie verfolgt MEBS bzw. die europäische Zentrale mit den Übernahmen – eine möglichst flächendeckende Präsenz im jeweiligen Land oder die Erlangung der Marktführerschaft im gesamten Land?
Eliasson: Die Strategie besteht nicht notwendigerweise darin, in jedem Land eine Präsenz einzurichten. Der Schwerpunkt liegt auf Märkten, in denen das Unternehmen einen Bedarf für seine Dienstleistungen sieht und in denen es seine starke Marktposition in den Märkten, in denen es bereits vertreten ist, weiter ausbauen kann.

Fredrik Eliasson. Foto: © MotumFredrik Eliasson. Foto: © Motum

Strebt MEBS oder die europäische Zentrale (RHQ) auch Akquisitionen in anderen europäischen Ländern außerhalb Skandinaviens an?
Eliasson: Ja. Die europäische Zentrale prüft kontinuierlich Möglichkeiten in ganz Europa, auch außerhalb Skandinaviens. Zu den Märkten, die bereits in die Organisation einbezogen sind, gehören die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Irland.

Auf dem europäischen Aufzugsmarkt spielt Mitsubishi eine eher untergeordnete Rolle – mit Ausnahme der Niederlande. Welche Rolle spielen die von MEBS oder der europäischen Zentrale übernommenen Unternehmen als Vertriebskanal für Mitsubishi-Aufzüge?
Eliasson: Mitsubishi ist bekannt für seine Qualität und Zuverlässigkeit – und das Angebot dieser Lösungen schafft einen Mehrwert für die Kunden. Mitsubishi Electric strebt an, die Position von Mitsubishi in Europa durch starke lokale Niederlassungen, Servicekapazitäten und engere Kundenbeziehungen in den Märkten, in denen das Unternehmen tätig ist, zu stärken. Die übernommenen Unternehmen sind somit wichtige lokale Plattformen für MEBS in ihren jeweiligen Märkten, unterstützen die Einführung von Mitsubishi-Lösungen in Europa und werden dazu beitragen, den Absatz von Mitsubishi-Aufzügen zu steigern.

Wie viele Mitsubishi-Aufzüge wurden von allen übernommenen Unternehmen seit dem Markteintritt von Motum im Jahr 2022 installiert?
Eliasson: Mitsubishi Electric gibt keine Zahlen zur Anzahl der von den übernommenen Unternehmen durchgeführten Installationen von Mitsubishi-Aufzügen bekannt.

Welchen Anteil an Umsatz und Gewinn von Mitsubishi Elevators hat MEBS?
Eliasson: Mitsubishi Electric gibt keine detaillierten Finanzdaten zum Anteil von MEBS am Gesamtumsatz oder -gewinn bekannt.

Inwieweit kann das japanische Unternehmen Mitsubishi von seinen Erfahrungen in Europa bezüglich der Ausbildung profitieren, wo Techniker Aufzüge verschiedener Marken warten und überwiegend an Modernisierungsarbeiten beteiligt sind?
Eliasson: Europa verfügt über fundiertes Fachwissen im Bereich der markenübergreifenden Wartung und Modernisierung. Diese Erfahrung ist innerhalb der gesamten Organisation von Mitsubishi Electric Building Solutions von großem Wert.

DAS INTERVIEW FÜHRTE BERND LORENZ.


Weitere Informationen: motum.se/en

mitsubishielectric.com/en


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