Spanische Aufzugsbranche steht vor ambitioniertem Wandel
José Carlos Frechilla Fernández, Direktor des spanischen Aufzugsverbands "Federación Empresarial Española de Ascensores" (FEEDA), hat einen Artikel für das LIFTjournal verfasst, der interessante Einblicke in den spanischen Markt bietet.
"Unsere Branche durchläuft derzeit einen der bedeutendsten regulatorischen, technologischen und geschäftlichen Transformationsprozess der letzten Jahrzehnte“, sagt José Carlos Frechilla Fernández.
Der jüngste von der FEEDA veröffentlichte statistische Bericht unterstreicht die Stärke der Branche. Im Jahr 2025 belief sich der Branchenumsatz auf 3,611 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 3,54 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. In Spanien sind mehr als 1,163 Millionen Aufzüge in Betrieb – der größte Aufzugsbestand in Europa – sowie fast 19.000 Fahrtreppen und Fahrsteige.
Erheblicher Anpassungsaufwand
Die Branche beschäftigt mehr als 20.700 Fachkräfte, wobei der Kundendienst nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle darstellt. Tatsächlich macht die Größe des spanischen Bestands von mehr als 1,1 Millionen installierten Aufzügen das Land zu einem europäischen Maßstab – der aber auch eine erhebliche Verantwortung mit sich bringt.
Vor diesem Hintergrund stellt die Umsetzung des Königlichen Erlasses 355/2024 wohl die bedeutendste regulatorische Veränderung dar, die die Branche seit Jahrzehnten erlebt hat. Mit der neuen ITC AEM 1 wird ein aktualisierter Rechtsrahmen eingeführt, der darauf abzielt, sowohl die Sicherheit der Fahrgäste als auch die Sicherheit des Wartungspersonals zu verbessern und gleichzeitig die schrittweise Modernisierung des bestehenden Aufzugsbestands voranzutreiben.
Obwohl die Umsetzung insgesamt positiv verlaufen ist, erforderte die neue Verordnung von allen beteiligten Akteuren einen erheblichen Anpassungsaufwand. Bei der FEEDA arbeiten wir eng mit dem spanischen Industrieministerium, den regionalen Behörden, den Prüfstellen und den übrigen Akteuren der Branche zusammen, um eine einheitliche Anwendung der Verordnung sicherzustellen und technische Lösungen für die Probleme bereitzustellen, die bei ihrer Umsetzung auftreten.
Internationale Harmonisierung
José Carlos Frechilla Fernández, Direktor des spanischen Aufzugsverbands Federación Empresarial Española de Ascensores (FEEDA). Foto: © FEEDANeben dieser gesetzlichen Änderung passt sich die Branche auch an eine weitere wichtige technische Entwicklung an: die schrittweise Einführung der neuen internationalen Normen ISO 8100-1 und ISO 8100-2, die die etablierten Normen EN 81-20 und EN 81-50 als harmonisierte Normen für die Konstruktion und den Bau von Aufzügen ablösen. Dies stellt einen weiteren Schritt in Richtung einer internationalen Harmonisierung der technischen Anforderungen dar und spiegelt den zunehmend globalen Charakter unserer Branche wider – wobei die hohen Sicherheitsstandards, die den europäischen Aufzugssektor seit Langem auszeichnen, beibehalten werden.
Gleichzeitig steht die Branche vor einem weiteren Wandel von weitreichender Bedeutung: der Digitalisierung. Künstliche Intelligenz, vorausschauende Wartung, Fernüberwachung und Cybersicherheit entwickeln sich rasch von Zukunftskonzepten zu Tools im alltäglichen Betrieb, die in den kommenden Jahren zur gängigen Praxis werden.
Durch diese technologische Entwicklung wird auch das Geschäftsmodell der Branche neu gestaltet werden. Intelligentes Datenmanagement, die Bereitstellung neuer digitaler Dienste und die zunehmende Einbindung von Aufzügen in Gebäudemanagementsysteme werden die nächste Entwicklungsstufe der Aufzugsbranche prägen.
Foto: Grafik: © FEEDA Umsetzung der Maschinenverordnung
Die Branche bereitet sich zudem auf die Umsetzung der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 vor, die ab Januar 2027 in vollem Umfang gelten und die derzeitige Maschinenrichtlinie ersetzen wird. Obwohl die Verordnung für Produkte gilt, die nicht in den Anwendungsbereich der Aufzugsrichtlinie fallen – wie beispielsweise Fahrtreppen, langsam fahrende Aufzüge, Hebebühnen und Treppenlifte –, wird sie eine weitere Aktualisierung der technischen, dokumentarischen und verfahrenstechnischen Anforderungen für Hersteller, Installateure und Konformitätsbewertungsstellen bewirken.
Wir bei der FEEDA werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass dieser Wandel auf der Grundlage von Konsens, fachlicher Kompetenz und enger Zusammenarbeit aller Beteiligten vorangetrieben wird.
Wir sind davon überzeugt, dass die Zukunft unserer Branche nicht nur von unserer Innovationskraft abhängt, sondern auch von unserer Fähigkeit, uns anzupassen und wirksame Lösungen für die bevorstehenden technologischen und regulatorischen Herausforderungen zu entwickeln. Unsere Branche durchläuft derzeit einen der bedeutendsten regulatorischen, technologischen und geschäftlichen Transformationsprozess der letzten Jahrzehnte.
Weitere Informationen: feeda.es
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