Montag, 19. November 2018
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Türverriegelung mit leisem Motorantrieb

Türverriegelungen werden in Wohnhäusern und in der Industrie für Drehtüren und automatische Aufzugsschachttüren eingesetzt. Die Kronenberg GmbH hat eine neue Verriegelung entwickelt, bei der an Stelle des im Türverschluss integrierten Hubmagneten ein kleiner Drehstrommotor mit Motorelektronik zum Einsatz kommt. 

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Die Betätigung von Türverriegelungen erfolgt in der Regel durch eine Riegelkurve, die an der Aufzugkabine abgebracht ist. Die Riegelkurve wird während der Fahrt elektromagnetisch eingezogen, um das Entriegeln einer Schachttür während der Durchfahrt zu verhindern. Bei der Einfahrt in die Haltestelle fällt die Riegelkurve ab, betätigt dadurch die Gummirolle der Türverriegelung, die Schachttür wird freigegeben und kann geöffnet werden.

Platzsparende Lösungen

Immer häufiger wird die Riegelkurve aber durch kleinere Hubmagnete ersetzt, welche direkt am Türverschluss angekoppelt oder sogar im Türverschluss integriert werden. Der Wegfall der Riegelkurve und der Gummirollen mit den Hebeln ermöglicht platzsparende und mechanisch deutlich einfachere Lösungen und verbessert die Optik bei Glasaufzügen. Weitere Einsatzmöglichkeiten ergeben sich im Bereich der Maschinenrichtlinie für Hebebühnen, Plattformaufzüge und sonstigen Absicherungen gegen Abstürze.

Kann bei einer Riegelkurve nur die Tür entriegelt werden, hinter der sich die Aufzugskabine befindet, muss diese Bedingung bei direkt betätigten Türverriegelungen durch eine Sicherheitsschaltung nachgebildet werden. Für die sichere elektrische Ansteuerung der Hubmagnete ist also zusätzlicher Aufwand nötig, so dass sich derartige Lösungen vor allem bei niedrigen Etagenzahlen, einzelnen zusätzlichen Türen, wie etwa bei einer Durchladung oder bei besonderen Anforderungen anbieten.

Besserer Wirkungsgrad

Bei Riegelkurven werden verhältnismäßig große Hubmagnete verwendet, die oft einige Kilogramm wiegen. Die elektromagnetische Kraft verhält sich proportional zum Produkt aus Windungen und Strom. Somit lassen sich bei großen Magneten mehr Windungen realisieren, man erhält bei gleichem Strom eine höhere Kraft und einen besseren Wirkungsgrad. Zudem kann durch das große Volumen eine höhere Verlustleistung aufgenommen werden und der Magnet kann länger und höher belastet werden. Die Magnete der Riegelkurven verfügen meist über eine hervorragende Luftdämpfung zur effektiven Geräuschreduzierung. Außerdem wird die Hubkraft durch ein Federpaket gespeichert und kann permanent anliegen.

All diese Eigenschaften lassen sich nicht so einfach in einen deutlich kleineren Türverschluss integrieren. Es müssen Kompromisse zwischen den Eigenschafen wie Baugröße, Kosten, Kraftreserven, Verlustleistung oder Lautstärke gefunden werden. Somit sind die derzeitigen Lösungen am Markt oft mit Nachteilen wie zu hoher Lautstärke, zusätzlichem Platzbedarf, zusätzlichem Montage- und Verdrahtungsaufwand, hoher Stromaufnahme oder niedriger Kräfte verbunden.

Geringe Geräuschemission

HandwerkBei einer neu entwickelten Kronenberg-Türverriegelung kommt an Stelle des im Türverschluss integrierten Hubmagneten ein kleiner Drehstrommotor mit Motorelektronik zum Einsatz, der erhebliche Vorteile im Vergleich zu der bisherigen Lösung mit einem Hubmagneten aufweist. Dabei wurde die ganze Technik in die Abmessungen der seit Jahrzehnten bewährten DLF1 Türverriegelungsbaureihe integriert. Durch die geringe Verlustleistung kann die Anzugskraft bei Bedarf nun auch über einen langen Zeitraum anstehen, ohne dass Bauteile überlastet werden. Ein durch Fehlbedienung kurzzeitig blockierter Riegelbolzen kann daher immer noch angezogen werden.

Durch die intelligente Motorelektronik wird das Beschleunigen und Abbremsen des Riegelbolzens und das Ansteigen und Abfallen des Motorstromes in der Anzugs- und Haltephase gesteuert. Trotzdem dauert der motorische Entriegelungsvorgang nur etwa eine Sekunde. Die gedämpften und fließenden Bewegungsabläufe führen zu einer besonders geringen Geräuschemission, das Ent- und Verriegeln ist kaum noch hörbar.

Flexibler Einbauort

Die derzeit viel diskutierten Anforderungen an den Schallschutz schutzbedürftiger Räume lassen sich dadurch einfach realisieren. Der Türverschluss mit Motorantrieb ist also besonders gut für den Einsatz im Wohnungsbau geeignet. Durch die optionale Möglichkeit eine externe Notentriegelung über einen Bowdenzug anzukoppeln, ist der Einbauort flexibel wählbar und öffnet zusätzlichen Spielraum bei der Optimierung der Raumausnutzung oder für zusätzliche Einsatzmöglichkeiten.

Die motorischen Türverriegelungen mit und ohne Fehlschließsicherung Typ DL1MO und DLF1MO wurden bei der benannten Stelle TÜV SÜD geprüft und deren Konformität in den zugehörigen EG-Baumusterprüfbescheinigungen bestätigt. Sie erfüllen des Weiteren auch die neuen Aufzugsnormen EN81-20 und EN81-50.

Von Dipl-Ing. Holger Klaus (Hans & Jos. Kronenberg GmbH)


www.kronenberg-gmbh.de

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