Freitag, 21. September 2018
LIFTjournal Logo

Rot glüht der Gigant in der Nacht

Die größte freistehende Fahrtreppe in der Essener Zeche Zollverein ist nicht nur schön, sondern auch gefragt: Sie befördert jedes Jahr über 600.000 Besucher auf dem Gelände des Weltkulturerbes.

/cache/images/zeche-zollverein_matthias-duschner-35f981568bffeca1b8eecba3275093ae.
(Foto: © Matthias Duschner / Stiftung Zollverein)

Der Koloss kann mit Superlativen punkten: 220 Tonnen Gewicht, 58 Meter lang, die beiden Gangways verfügen über 250 Stufen. Die Fahrtreppe in der Zeche Zollverein ist damit die größte freistehende Fahrtreppe Deutschlands.

Aber das Geprotze hat sie nicht nötig. Denn sie ist einfach schön. Vor allem in der Nacht, wenn sie orangerot leuchtet und damit am ehemaligen Zechenstandort Feuer und Kohle symbolisiert.

Sonderanfertigungen von ThyssenKrupp Elevator

Das größte Übertagegebäude auf Zollverein, die Kohlenwäsche, war zu Betriebszeiten eine Riesenmaschine, die täglich 23.000 Tonnen Roh-Kohle sortierte und klassierte. Zwischen 2003 und 2006 wurde sie von dem "Office for Metropolitan Architecture" unter der Leitung von Rem Koolhaas und dem Essener Büro Böll und Krabel umfassend saniert und 2006 mit einem großen "Rolltreppenfest" eingeweiht.

HandwerkDie beiden wetterfesten Fahrtreppen wurden auf der 24-Meter-Ebene der Kohlenwäsche untergebracht. Bei der Gestaltung ließen sich die Architekten von diesem besonderen Ort im Herzen des Ruhrgebietes inspirieren. Die Fahrtreppen orientieren sich an den historischen Bandbrücken und fügen sich so in das denkmalgeschützten Welterbe-Ensemble der Zeche Zollverein ein, das jährlich von rund 1,5 Millionen Gästen aus aller Welt besucht wird.

Die beiden Fahrtreppen sind übrigens mit ihren 23,33 Meter passgenaue Sonderanfertigungen von ThyssenKrupp Elevator. Sie haben einen Neigungswinkel von 27 ° und eine Nenngeschwindigkeit 0,5 m/s. Heute befördern sie die Besucher in 90 Sekunden direkt auf die 24-Meter-Ebene der Kohlenwäsche, zum Eingang des Ruhr Museums und des Besucherzentrum Ruhr. Und begeistert Besucher und Fotografen – nicht nur in der Nacht…

Von Ulrike Lotze

www.zollverein.de

Leserkommentare

nach oben