Förderstopp zeigt Handlungsbedarf
Das KfW-Förderprogramm "Barrierereduzierung – Investitionszuschuss" war schnell ausgeschöpft. Das macht aus Sicht des VDMA Fachverbands Aufzüge und Fahrtreppen den großen Handlungsbedarf bei barrierearmem und altersgerechtem Wohnraum deutlich.
Die bereitgestellten 50 Millionen Euro waren bereits Ende Juli 2026 ausgeschöpft.
Mit den Mitteln aus dem Förderprogramm konnten nach Angaben des Bundesbauministeriums rund 26.800 Wohnungen barrierereduziert umgebaut werden – unter anderem durch den Abbau von Schwellen und den Einbau von Aufzügen.
Für den VDMA Fachverband Aufzüge und Fahrtreppen ist die schnelle Ausschöpfung ein klares Signal an die Politik. "Die Fördermittel sind nicht deshalb ausgeschöpft, weil der Bedarf gedeckt ist – sondern weil der Nachholbedarf groß ist. Barrierefreie und altersgerechte Wohnungen sind für viele Menschen zentral. Darauf muss die Politik reagieren", sagt Martin Schmitt, Vorsitzender des VDMA Fachverbands Aufzüge und Fahrtreppen.
Barrierefreiheit als Teil nachhaltiger Gebäudepolitik
Martin Schmitt. Foto: © Schmitt + SohnDer VDMA begrüßt die Neuausrichtung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die stärkere Fokussierung auf Energieeffizienz, Klimaschutz, Lebenszyklusbetrachtungen und Nachhaltigkeit sei richtig. Gleichzeitig sollte Nachhaltigkeit künftig breiter verstanden werden.
"Nachhaltige Gebäude müssen nicht nur energieeffizient sein, sondern auch langfristig nutzbar bleiben. Barrierefreiheit ist ein Kernbestandteil sozialer Nachhaltigkeit. Wer heute saniert oder neu baut, muss die Anforderungen einer älter werdenden Gesellschaft mitdenken", erklärt Robert Hild, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Aufzüge und Fahrtreppen.
Prioritäten im Bundeshaushalt neu setzen
Aus Sicht des VDMA geht es dabei ausdrücklich nicht um die Forderung nach immer neuen Förderprogrammen oder zusätzlichen Fördertöpfen. Entscheidend sei vielmehr, Barrierefreiheit innerhalb der bestehenden Förderlandschaft stärker zu berücksichtigen und entsprechende Prioritäten zu setzen.
"Wenn ein Förderprogramm nach wenigen Monaten ausgeschöpft ist, zeigt das klar, wo gesellschaftlicher Bedarf besteht. Bund und Politik sollten die Haushaltsprioritäten entsprechend setzen und Barrierefreiheit innerhalb bestehender Förderkulissen stärker berücksichtigen", erklärt Schmitt.
Handlungsbedarf bei den kommenden Reformen
Robert Hild. Foto: © Sarah Kastner/VDMA Fachverband Aufzüge und FahrtreppenBei den anstehenden Reformen der Neubauförderung sieht der VDMA die Chance, Barrierefreiheit verbindlich mitzudenken. Bei der Sanierungsförderung sollte Barrierefreiheit in Zukunft eine stärkere Rolle spielen.
Dazu gehören insbesondere:
• die Berücksichtigung von Barrierefreiheit als Qualitätskriterium in der Neubauförderung,
• die stärkere Einbindung von Barrierereduzierung in die Sanierungsförderung,
• sowie die Prüfung entsprechender Anreize in der steuerlichen Förderung
Barrierefreiheit ist zentrale gesellschaftliche Aufgabe
Energetische Modernisierung, selbstbestimmtes Wohnen und gesellschaftliche Teilhabe sollten künftig stärker zusammen gedacht werden. "Barrierefreiheit ist kein Luxus, sondern eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Sie sollte förderpolitisch einen ähnlichen Stellenwert erhalten wie Klimaschutz, Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Investitionen in Barrierefreiheit stärken Teilhabe und können langfristig Pflege- und Sozialkosten reduzieren", betont Hild.
Der Fachverband appelliert an die Bundesregierung, Barrierefreiheit als eigenständiges Ziel in bestehenden Förderprogrammen zu verankern und den erkennbaren Bedarf bei künftigen Haushaltsentscheidungen angemessen zu berücksichtigen.
Weitere Informationen: https://www.vdma.eu/de/aufzuege-fahrtreppen
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