(Foto: © KONE GmbH)

Kone und TK Elevator wollen sich zusammenschließen

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Jetzt ist es offiziell: Kone und TK Elevator gehen den Zusammenschluss beider Unternehmen an. Der Vollzug der Transaktion steht jedoch unter Vorbehalt. Die Arbeitnehmervertreter von TKE sind extrem verärgert. Schindler will klagen.

"Kone und TKE schließen sich zusammen, um ein Weltklasse-Unternehmen in der Aufzugs- und Fahrtreppenbranche zu schaffen", haben der finnische und deutsche Aufzugsbauer in einer gemeinsamen Pressemitteilung am 29. April erklärt.

Auf pro-forma Basis für das jeweils zurückliegende Geschäftsjahr würde das kombinierte Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 20,5 Milliarden Euro erwirtschaften, davon rund 65 Prozent aus Service und Modernisierung, ein bereinigtes EBIT von mehr als 2,7 Milliarden Euro (ohne Synergien) erzielen und über einen Wartungsbestand von rund 3,2 Millionen Einheiten verfügen.

Der Zusammenschluss würde durch realisierte Synergien von jährlich rund 700 Millionen Euro "erheblichen Mehrwert schaffen – für Kunden und Aktionäre gleichermaßen", heißt es in der Pressemitteilung. Die Synergien würden vor allem durch eine höhere Dichte der Servicenetzwerke, die Stärkung der gemeinsamen F&E-Kapazitäten, die Optimierung von Plattformen, Effizienzsteigerungen im Einkauf sowie Einsparungen bei Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten realisiert werden.

Leitung des gemeinsamen Unternehmens 

Es ist geplant, dass der derzeitige President und CEO von Kone, Philippe Delorme, das kombinierte Unternehmen künftig leitet. Ilkka Hara, der derzeitige CFO von Kone, würde die Funktion als CFO übernehmen. Antti Herlin würde weiterhin den Vorsitz des Board of Directors innehaben und über eine Beteiligung von mehr als 50 Prozent der Stimmrechte an Kone.

Die Private-Equity-Investoren Advent und Cinven hätten über ihre gemeinsam kontrollierte Holdinggesellschaft laut Kaufvertrag das Recht, nach Abschluss der Transaktion zwei Mitglieder des Board of Directors von Kone zu benennen, von denen eines als einer der stellvertretenden Vorsitzenden des Board of Directors fungieren würde.

Der Vollzug der Transaktion steht laut Pressemitteilung unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen sowie der Zustimmung der Kone-Aktionäre. Sie werde frühestens im zweiten Quartal 2027 erwartet.

Name des neuen Unternehmens

In Finnland wird das Unternehmen Philippe Delorme zufolge weiterhin unter dem Namen Kone firmieren. In anderen Ländern wird man individuell nach einer Lösung suchen. "Wir schätzen die Marke TKE sehr und werden in jedem einzelnen Land sehr sorgfältig prüfen, was für die Kunden am besten funktioniert, um die beste Entscheidung für die Zukunft zu treffen", sagte der President und CEO von Kone in einer Pressekonferenz.

Schindler will klagen

Auf den ersten Blick reagiert Schindler relativ gelassen auf die geplante Übernahme. "Wir werden uns weiterhin auf unsere operativen Prioritäten konzentrieren und unserer strategischen Agenda treu bleiben", erklärt eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Ankündigung der Fusionsvereinbarung zwischen Kone und TK Elevator habe keine Auswirkungen auf Schindler. Deren Haltung zu dieser potenziellen Transaktion bleibe unverändert, vor allem, da die aktuelle wirtschaftliche Lage deutlich volatiler als vor sechs Jahren sei – dem Zeitpunkt, an dem zum ersten Mal Gerüchte aufkamen, dass Kone TKE übernehmen könnte.

Allerdings will man in der Schweiz wohl nichts dem Zufall überlassen und tatenlos zusehen, wie sich zwei der größten globalen Marktteilnehmer vereinen. "Schindler wird die Einreichung von Beschwerden gegen die globale Fusion von Kone und TK Elevator vorbereiten, einschließlich der Führung von Rechtsstreitigkeiten vor den Gerichten", so die Schindler-Sprecherin weiter. 

Zudem erwartet sie, dass auch mehrere andere betroffene Marktteilnehmer die Transaktion angesichts des Umfangs und der weitreichenden Überschneidungen anfechten werden. "Solche Beschwerden und Gerichtsverfahren werden voraussichtlich über Jahre hinweg bei den Behörden und Gerichten hängig bleiben." Dies dürfte nach ihrer Einschätzung bei bestehenden Kunden und den Mitarbeitern für anhaltende Unsicherheit sorgen.

Otis erwartet genaue Prüfung

Otis setzt seine Hoffnungen offenbar darauf, dass sich die Wettbewerbshüter einschalten. "Eine Transaktion dieser Größenordnung wird wahrscheinlich einer genauen Prüfung durch die Aufsichtsbehörden unterzogen werden, da diese die Auswirkungen auf Kunden und Mitarbeiter untersuchen wollen", heißt es von Seiten des US-amerikanischen Herstellers von Aufzügen, Fahrtreppen und Fahrsteigen. Man respektiere diesen Prozess und lege weiterhin den Fokus darauf, den eigenen Verpflichtungen nachzukommen und den Kunden den bestmöglichen Service zu bieten.

IG Metall ist verärgert

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der TK Elevator GmbH, nimmt die Ankündigung des Zusammenschlusses "mit sehr großer Verärgerung" zur Kenntnis. "Der Betriebsrat und die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sehen darin einen klaren Bruch der vertrauensvollen Zusammenarbeit." Eine Ankündigung an die Presse und die Belegschaft, ohne vorher die Mitbestimmung – seien es die betrieblichen Mitbestimmungsgremien oder den Aufsichtsrat – zu informieren, sei ungeheuerlich. 

Aus Sicht des Arbeitnehmervertreters sind die Verhandlungen der letzten Wochen zu einem neuen Tarifvertrag, der einen möglichen Börsengang absichern sollte, "ad absurdum geführt". In diesem Kontext fordern die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von TKE "unverzüglich eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung innerhalb der nächsten sieben Tage", um eine ausführliche Information zu dem weiteren Prozess zu bekommen. "Wir weisen darauf hin, dass wir in dieser Ankündigung einen Angriff auf die Mitbestimmung und die Beschäftigten in Deutschland, Europa und global sehen. Darauf wird es auch entsprechende Reaktionen geben", kündigte Giesler abschließend an. 
 Weitere Informationen: www.kone.de
www.tkelevator.com

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