Schnittstellen lassen sich durch Isolierungen entschärfen. (Foto: © Pohlcon)

Schallschutzanforderungen im Aufzugsbau meistern

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Aufzüge und Schallschutz bilden eine spannende Verbindung. Und das nicht erst seit im August letzten Jahres die DIN 8989 (Schallschutz in Gebäuden – Aufzüge) in Kraft getreten ist.

Um die Herausforderungen und Erfahrungen der Branche näher zu beleuchten, hat die Pohlcon Vertriebs GmbH eine Gesprächsreihe mit Experten und Anwendern aus der Branche initiiert.

Ziel der DIN 8989 ist es, alle Beteiligten zu unterstützen – angefangen bei der Planung bis hin zur Umsetzung. Doch welche Erfahrungen machen die Fachleute der Aufzugsbranche in der täglichen Praxis? Mit welchen Herausforderungen sehen sie sich konfrontiert und welche Lösungsansätze haben sie gefunden? Antworten auf diese Fragen hat die Pohlcon Vertriebs GmbH bei einer Gesprächsreihe mit Experten und Anwendern aus der Branche gefunden.

Bedeutung des Schallschutzes an Aufzügen nimmt zu

Ulrich Nees beschäftigt sich seit 15 Jahren mit dem Thema Luft‐ und Körperschall an Aufzugsanlagen. Seinen gebündelten Erfahrungsschatz gibt er in Vorträgen und Schulungen weiter. Darüber hinaus führt er beauftragte Schallmessungen durch und bewertet die Qualität von Anlagen sowie der dort eingesetzten Komponenten.

Seine Erfahrungen der letzten Jahre zeigen: "Der Stellenwert des Schallschutzes im Aufzugbau ist erheblich gestiegen. Seit Inkrafttreten der DIN 8989 gibt es eindeutige Vorgaben, welche Luft‐ und Körperschallpegel eine Aufzuganlage emittieren darf und welche flächenbezogene Masse die Wände aufweisen müssen, um die Schallschutzziele zu erreichen."

Auch Dennis Dreiling, Leiter des technischen Büros der Firma M.S. Aufzüge, stellt bei seiner täglichen Arbeit steigende Erwartungen an den Fahrkomfort bei gleichzeitiger Senkung der Emissionen fest. "Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass die Schachtgeometrie in allen Dimensionen weiter reduziert wird", erklärt Dreiling. "Schächte werden immer enger, Schachtköpfe und ‐gruben immer kürzer. All das spielt aus technischer Sicht gegen die steigenden Anforderungen und erzwingt aufwändige Konstruktionslösungen."

Schallschutz ist auch bei Modernisierung relevant

Im Bereich Modernisierung ist der Aufzugsbereich mit anderen Voraussetzungen konfrontiert. So bieten Bestandsschächte keine Möglichkeit mehr, Einfluss auf den Baukörper zu nehmen. Bei architektonischer Umgestaltung von Etagen und Gebäuden, können deutlich höhere Anforderungen entstehen. "Diese müssen dann ausschließlich auf anlagentechnischer Seite gelöst werden", fügt Dennis Dreiling hinzu. "Stellt sich bei Messungen im Nachgang heraus, dass die geforderten Werte nicht eingehalten werden können, kann es teuer und anstrengend werden."

Auch bei dem Gutachter und Sachverständigen für Aufzugtechnik Prof. Dr.‐Ing. Wolfram Vogel steigen die Anfragen bezüglich Schallschutzthemen. Insbesondere im Bereich Nachrüstung und Modernisierung sieht er aufgrund der Bestandsaufnahmen, die er vor Ort durchführt, einen großen Bedarf.

Aus anlagentechnischer Sicht ist seiner Meinung nach – neben dem Betrieb nach dem aktuellen Stand der Technik – vor allem der Fahrkomfort entscheidend. "Instandhaltung und Aufwertung mittels Schallschutzelementen können hierbei einen Beitrag liefern", meint der Sachverständige.

Dämpfung des Schienenstrangs wird sich durchsetzen

Die Jordahl-Aufzugsisolierung (JAI) Foto: © PohlconDie Jordahl-Aufzugsisolierung (JAI) Foto: © Pohlcon

"Der Schallschutz im Aufzugbau ist unzertrennlich mit dem Gebäude und damit der Schnittstelle der beiden Gewerke verbunden", folgert Prof. Vogel. Auch werden neue Materialien im Bauwesen weitere Fragestellungen aufwerfen. Es werde auf ein interdisziplinäres Zusammenspiel von Bautechnik, Facility Management und Maschinenbau hinauslaufen, wie es bei High‐Rise‐Projekten teilweise schon praktiziert wird.

Laut Dennis Dreiling hilft langfristig nur eine konsequente Vorgehensweise: "An jedem Punkt, an dem die Aufzugtechnik eine Verbindung zum Gebäude aufweist, muss die Verbindung entsprechend über ein dämpfendes Element erfolgen." Die Dämpfung des Schienenstrangs werde sich nach und nach weiter durchsetzen.

Schnittstellen entschärfen mithilfe von Aufzugsisolierungen

Anno Klinkenberg, Fachreferent für Aufzugstechnik des TÜV Rheinland, ist ebenfalls der Meinung, dass Schnittstellen durch geeignete Isolierungen entschärft werden müssen. Dies sollte im Idealfall schon im Vorfeld geschehen, um im Nachhinein Ärger und zusätzliche Arbeit zu vermeiden. Als ein geeignetes Werkzeug hierfür nennt er die vorsorgliche Einplanung von Entkopplungen zwischen der Aufzugsanlage und dem Bauwerk.

Das Produkt JAI des Herstellers Jordahl bietet eine Schallisolierungen direkt an der Verbindung zur Schachtwand. Der Körperschall wird deutlich reduziert in das Bauwerk eingeleitet. Die Jordahl Aufzugsisolierung JAI wurde einer freiwilligen Baumusterprüfung durch den TÜV Rheinland unterzogen. Ihre Wirksamkeit und Einsatzfähigkeit für Aufzugsanlagen wurden bestätigt.

Körperschalldämmung bis zu 26 dB

"Mit der JAI ist eine sehr gute Körperschallreduzierung an den Führungsschienen möglich", bestätigt auch Bernd Böhme, der über langjährige Erfahrung im Bereich Planung und Konstruktion von Aufzugsanlagen verfügt und als Dozent der VFA‐Akademie tätig ist. "Grund dafür ist die spezielle Sandwichkonstruktion der Aufzugsisolierung." Das Anbauteil, das mit der Führungsschiene verbunden wird, ist nach fachgerechter Montage vollkommen isoliert.

Als Systemlösung ist JAI in Kombination mit Jordahl Ankerschienen JTA zertifiziert. Der Hersteller bietet somit die Komplettlösung aus einer Hand. Der Aufzug wird vom Gebäude entkoppelt. Im Testlabor des Fraunhofer Instituts hat die JAI eine Körperschalldämmung von bis zu 26 dB bewiesen.

Aufzugsisolierung hat sich bewährt

Auch in der Praxis hat sich die Aufzugsisolierung bewährt. Böhme ergänzt: "Eine weitere Stärke ist, dass die JAI eine einfache und flexible Montage ermöglicht". "Unter Umständen müssen die Architekten die Schachtmaße anpassen, damit Komponenten wie die JAI zur Entkopplung der Führungsschienen eingebaut werden können." Bei einem minimalen Abstand der Aufzugsführungsschiene von 50 mm zur Schachtwand beträgt der Platzverlust für die JAI‐Anbauteile etwa 20 mm.

"Die JAI‐Elemente haben den Vorteil, dass sie nicht nur bei Neuanlagen, sondern auch bei der Nachrüstung bzw. Modernisierung in bestehenden Gebäuden zur Körperschallisolierung eingesetzt werden können", erklärt Nees. Somit bietet die Aufzugsisolierung Planern und Anwendern in beiden Bereichen die Möglichkeit die gewünschten Schallschutzziele zu erreichen. Durch vorhandene Gutachten, Labor‐ und Praxistests sowie die freiwillige Baumusterprüfung bietet JAI Sicherheit in der Anwendung.

Weitere Informationen: Die Pohlcon Vertriebs GmbH ist das Vertriebsdach der Baupartner PUK, Jordahl und H‐BAU Technik. Pohlcon befasst sich u.a. mit Aufzugsschächten und bietet mit der Jordahl Aufzugsisolierung JAI ein Produkt zur Entkopplung der Führungsschienen von der Schachtwand an.

pohlcon.com
jordahl-group.com