Die ELA Modernization Toolbox
Um ihren Mitgliedern Informationen und Unterstützung zu dem komplexen Thema der Modernisierung bestehender Aufzüge zu bieten, hat die ELA kürzlich eine umfassende Modernisierungs-Toolbox entwickelt, die über die ELA-Website verfügbar ist.
ERSTELLT VON DER SAEL-ARBEITSGRUPPE DER ELA: CLAUDIO DONGHI, ALPER CALISKAN, MICHALIS KASIOU, ARI KETONEN, IAN MCGREGOR, SILVIA MIGLIAVACCA, LUCA REPETTO, ANABEL RODRIGUEZ, FRANK SCHMIDT UND FRANÇOIS VILLENEUVE
Die ELA Modernization Toolbox auf der ELA-Website Foto: © European LIFT Association (ELA)Nach den von der European Lift Association (ELA) veröffentlichten Statistiken sind derzeit europaweit rund sieben Millionen Aufzüge in Betrieb, von denen mehr als die Hälfte älter als 25 Jahre sind. Daher hat die ELA für ihre Mitglieder eine Modernisierungs-Toolbox entwickelt.
- Diese Toolbox enthält:
- statistische Daten,
- Umfragen,
- White Papers,
- einen technischen Katalog,
- diverse Tools, mit denen die Beteiligten den aktuellen Stand der Branche verstehen und Argumente für eine Modernisierung finden können.
Außerdem werden auch Informationen darüber bereitgestellt, wie bestehende Aufzüge im Hinblick auf Sicherheit, Barrierefreiheit und Energieeffizienz modernisiert und verbessert werden können – wobei auch die Möglichkeiten einer besseren Digitalisierung berücksichtigt werden.
Foto: © Quelle: European LIFT Association (ELA) Zu den Tools der ELA Modernization Toolbox gehören:
1. Tools zum Verständnis des Status Quo
Das erste Tool ist der Zugang zu statistischen Daten. Die Branche verfügt über einen soliden und umfassenden Datensatz, der vom Statistical Committee der ELA gesammelt und konsolidiert wird. Er umfasst Informationen über die Anzahl der bestehenden Aufzüge und Fahrtreppen, die in 31 Ländern in Betrieb sind, deren Alter und weitere Daten.
Das zweite Tool ist die SNEL-Umfrage (Safety Norm for Existing Lifts). Die Verbesserung der Sicherheit bestehender Aufzüge ist ein Schlüsselfaktor für die Modernisierung. Die kürzlich aktualisierte SNEL-Umfrage befasst sich mit dem Stand der Umsetzung der Norm EN 81-80:2019 in der EU.
Wie die Übersichtsgrafik mit der selbsterklärenden Ampel zeigt, gibt es noch viele Länder, in denen Verbesserungen möglich sind.
Das dritte Tool ist die Umfrage zur Barrierefreiheit. Die Verbesserung der Barrierefreiheit bestehender Aufzüge ist ein weiterer Schlüsselfaktor für die Modernisierung. Diese Umfrage konzentriert sich auf die Gesetzgebung zur Barrierefreiheit der baulichen Umwelt in ganz Europa. Es wird untersucht, ob es regionale oder nationale Rechtsvorschriften gibt, die Aufzüge in öffentlichen Gebäuden und Wohngebäuden vorschreiben.
Wie aus der Übersichtsgrafik hervorgeht, gibt es viele Lücken, wo Rechtsvorschriften noch verbessert werden können.
Foto: © Quelle: European LIFT Association (ELA) 2. Tools zum Mehrwert der Modernisierung
Warum überhaupt modernisieren? Im Februar 2025 veröffentlichte die ELA das Whitepaper „Modernizing existing lifts in buildings: A sustainability imperative towards carbon neutral, smart and inclusive cities.“ In diesem Whitepaper benennt die ELA die wichtigsten Mehrwerte der Modernisierung wie folgt:
- Sicherheit,
- Barrierefreiheit,
- Nachhaltigkeit,
- Digitalisierung,
- Leistung,
- schnellere und größere Aufzüge für erhöhte Transporteffizienz,
- Ästhetik,
- verbessertes Erscheinungsbild und Kontrast,
- Verfügbarkeit durch effizientes Ersatzteilmanagement.
3. Tools zur Art der Modernisierung
Lange Zeit war die Modernisierung bestehender Aufzüge stark von Sicherheitsaspekten geprägt. Die EN 81-80 (auch bekannt als „Safety Norm for Existing Lifts“, kurz SNEL) konzentrierte sich hauptsächlich auf das Thema Sicherheit. Neben der Sicherheit müssen bei der Modernisierung von Aufzügen auch ökologische Aspekte und ein barrierefreier Zugang berücksichtigt werden.
Im Jahr 2023 wurden das Weißbuch SAEL und seine Zusammenfassung von der Arbeitsgruppe SAEL veröffentlicht. Das Weißbuch enthält einen umfassenden Katalog von Modernisierungsmaßnahmen für jeden Schwerpunktbereich eines Aufzugs: Elektrifizierungssystem, Maschinen, Türen, Fahrkorb, Signalisierung, Informations- und Kommunikationstechnologien und Schacht. Es enthält eine Beschreibung und Bewertung der Auswirkungen dieser Faktoren auf Sicherheit, Zugänglichkeit und Energieeffizienz.
Fazit
Die Modernisierung bietet große Chancen – es besteht jedoch auch ein großer Informationsbedarf. Während in neuen Gebäuden weiterhin neue, hochmoderne Aufzüge eingebaut werden, ist das Ersetzen aller bestehenden Aufzüge durch neue Anlagen wohl weder nachhaltig noch
kosteneffizient.
Die Modernisierung bestehender Aufzüge könnte eine viel nachhaltigere Option sein und erhebliche soziale, ökologische und wirtschaftliche Vorteile bieten.
Wie funktioniert der SAEL-Ansatz in der Praxis?Ein Beispiel: In diesem Fall rüsten wir das
Antriebssystem mit einem Frequenzumrichter, auch Inverter genannt, auf und ersetzen die alte Steuerung.
Dies sind die erfolgten Modernisierungsmaßnahmen:
– Wir verbessern das Sicherheitsniveau für Aufzugsarbeiter und Endnutzer, da moderne Steuerungen einen besseren Schutz gegen Stromschläge und Fehlfunktionen im Allgemeinen bieten.
– Wir verbessern die Zugänglichkeit für Endnutzer – insbesondere für Menschen mit Behinderungen –, indem wir eine bessere Haltegenauigkeit zwischen der Aufzugskabine und dem Stockwerk gewährleisten.
– Durch die Integration von Öko-Funktionen verbessern wir die Energieeffizienz für Gebäudeeigentümer und senken deren Betriebskosten dank niedrigerer Stromrechnungen.
– In diesem Beispiel wird durch die Modernisierung ein Mehrwert in drei Bereichen für drei Gruppen von Beteiligten geschaffen.
EN 81-80 – SNEL – Sicherheitsnorm für bestehende AufzügeDie Norm EN 81-80 wurde durch ein nationales Gesetz umgesetzt, das eine Definition der abzudeckenden SNEL-Risiken, einschließlich eines Zeitplans, enthält.
Gesetzgebung zur Barrierefreiheit im GebäudebestandAnwendung der EN 81-80
– Rechtsvorschriften für Wohngebäude
– Nationale/regionale Rechtsvorschriften zur Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung
– Verpflichtung zum Einbau eines Aufzugs in öffentlichen Gebäuden mit mehr als einem Stockwerk
– Verpflichtung zum Einbau eines Aufzugs in Wohngebäuden mit mehr als vier Stockwerken
– Keine Reservierung von Flächen für den nachträglichen Einbau eines Aufzugs
– Keine Zulage bei der Vergabe öffentlicher Aufträge für den barrierefreien Zugang.
DisclaimerDer vorliegende Artikel dient nur der allgemeinen Information und ist nicht als Rechtsberatung zu verstehen. Er ist nicht als Ersatz für die eigene Bewertung und Entscheidungsfindung jedes Unternehmens gedacht. Die ELA lehnt jegliche Haftung für Maßnahmen ab, die auf der Grundlage des vorliegenden Dokuments getroffen oder nicht getroffen werden.
Statistical information Lifts + Escalators 2023
31 – Länder
164.900 – Mitarbeiter
6.735.000 – Bestehende Aufzüge
168.000 – Bestehende Fahrtreppen
Weitere Informationen: ela-aisbl.eu
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