(Foto: © TK Elevator)

TK Elevator baut 500 Stellen in Neuhausen ab

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500 der 800 Stellen im Aufzugswerk Neuhausen von TK Elevator sollen innerhalb der kommenden zwei Jahre abgebaut werden. Der Konzern spricht von einer "Neuausrichtung“ des Aufzugswerks, die IG Metall Esslingen bezeichnet es als "Zäsur“.

Für die verbleibenden rund 300 Stellen soll nach Angaben von TK Elevator eine Standortsicherung bis 2030 gelten. Das Aufzugswerk Neuhausen stehe durch den sich wandelnden Markt bereits seit 2017 erheblich unter Druck, begründet der Konzern in einer Pressemitteilung die Entscheidung.

TK Elevator betont, dass der aktuelle Standort mit hohen Strukturkosten verbunden sei. Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter seien seit längerem bestrebt, den Standort mit "neuen Initiativen langfristig zukunftsfähig aufzustellen". Das Werk in Neuhausen habe schon seit längerem mit einer sinkenden Auslastung gekämpft. Mit dem Rückzug aus dem russischen Markt Anfang 2022 sei jedoch zusätzlich eine der zentralen Absatzregionen für Produkte aus Neuhausen "unvorhergesehen weggebrochen", erklärt das Unternehmen.

Hohe Materialkosten, herausfordernde Lieferketten und volatile makroökonomische Entwicklungen belasteten die Perspektive des Standorts zusätzlich. "Eine Neubewertung der aktuellen Situation und Neuausrichtung des Standorts war zwingend", erläutert Christoph Buss, Executive Vice President Product & Supply Chain von TK Elevator.

Antriebe, Systeme, Steuerungen und Anzeigeelemente für die Aufzugplattform EOX sollen aber weiter in einem neuen Werk in der Nähe gefertigt werden. Das Ersatzteilgeschäft soll ebenfalls weiter an diesem Standort gebündelt, ausgebaut und modernisiert werden, erklärt TK Elevator gegenüber dem LIFTjournal. 

"Missmanagement und Verluste"

Deutliche Kritik an der Entscheidung äußerte die IG Metall Esslingen. "Nach jahrelangem Missmanagement und Verlusten plant TK Elevator harte Einschnitte bei der Beschäftigung", heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. Erst 2020 sei wegen des Ausscheidens der Aufzugssparte aus dem thyssenkrupp-Konzern ein Zukunftstarifvertrag ausgehandelt worden, der unter anderem eine Standort- und Beschäftigungssicherung bis 2027 garantiere.

Jetzt sehe der Plan der Arbeitgeber dagegen vor, mit "sehr viel Geld dennoch massiv Personal abzubauen. Geld scheint hier keine Rolle zu spielen. Das Werk soll nach jahrelangem Missmanagement wieder in die Gewinnzone geführt werden", heißt es in der Pressemitteilung der IG Metall Esslingen weiter. "Dabei wird alles, was auf den ersten Blick verlustreich erscheint, gestrichen."

Betriebsrat und IG Metall hätten konsequente Verbesserungen an den Strukturen im Werk gefordert und sehen auch jetzt noch Chancen, so die IG Metall Esslingen: "Die Pläne der Geschäftsleitung sind kurzsichtig. Es gibt bessere Alternativen, um mehr Arbeitsplätze im Werk zu erhalten. Wir werden dafür kämpfen."

Weitere Informationen: tkelevator.com
esslingen.igm.de