Sonntag, 19. Januar 2020
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Zauberwatte gegen Ölverschmutzungen

Es war ein Zufall, dem die Welt vielleicht eine neue Waffe im Kampf gegen Öl- und chemische Verschmutzungen zu verdanken hat. Martin Reichl präsentierte diese "Zauberwatte" bei der interlift.

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(Foto: © Deurex)

Mittlerweile steht die Zauberwatte auf der Liste der geprüften Ölbindemittel und ist als "Patent des Jahres 2017" ausgezeichnet worden. Ein Zertifikat der Dekra Umwelt GmbH belegt, dass die Watte das 6,55-fache ihres eigenen Gewichts an Öl aufnehmen kann, ohne dabei Wasser aufzunehmen.

"Das macht sie zu einem idealen Mittel, um Verschmutzungen durch ausgelaufenes Öl zu beseitigen – ob im Maschinenraum oder bei der Überflutung der Schachtgrube mit Wasser", betont Reichl, der für die Vermarktung die Firma Universale Produkt- und Servicegesellschaft mbH (UPSG) gegründet hat.

Herkömmliche Bindemittel brauchen meist länger, um weniger der kontaminierenden Substanzen aufzunehmen. Einige dieser Mittel hinterlassen chemische Rückstände, und die Mehrzahl der Bindemittel ist nicht wiederverwendbar. Die Zauberwatte sei in allen Punkten überlegen, erklärt Reichl: "Sie ist extrem saugfähig und schnellwirkend und verursacht keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen."

Am Anfang stand eine Panne

HandwerkDie Entdeckung der Zauberwatte war eigentlich eine Panne. Beim Versuch, eine neue Art eines mikronisierten Wachses zu erhalten, ließ ein Mitarbeiter der Firma Deurex eine Maschine über Nacht mit falschen Temperatur- und Druckeinstellungen laufen. Am nächsten Morgen war der Boden mit einer flauschigen, faserigen Substanz bedeckt, die die Mitarbeiter schnell scherzhaft als "Zauberwatte" bezeichneten.

Reichl zeigte die Wirksamkeit der Zauberwatte bei der interlift in einem Wasserbecken, das mit Öl verunreinigt wurde. Dann nimmt er eine kleine Menge der Spezialwatte, um das Öl aufzusaugen.

"Wenn es vorher die Qualität von Trinkwasser hatte, dann hat es das jetzt auch", sagt er. Die Zauberwatte war nicht das einzige Produkt, das die Firma UPSG auf der interlift vorstellte. Neben einem Fließtuch und einer Matte wurde auch ein Schlauch präsentiert, alle bestehend aus dem Material der Zauberwatte.

Verschmutzungen erheblich minimieren

Das Flies-Tuch sei sehr gut geeignet für den Einsatz von Monteuren, die mit Ölverschmutzungen an den Anlagen zu kämpfen haben, erklärt UPSG-Geschäftsführer Martin Reichl. Das Flies sauge sofort das Öl komplett und bis in den Kern des Tuches auf und gibt das Öl auch nicht mehr ab.

Der Zauberwatte-Schlauch biete neue Möglichkeiten, um bei hydraulischen Anlagen die Verschmutzungen bei Arbeiten an Hebern, Druckschläuchen oder Bohrlöcher (Direkt Hydraulisch) erheblich zu minimieren.

Ein Anwendungsbereich des Schlauchs sei zum Beispiel beim Tausch einer Heberdichtung: "Man bindet vorher den Schlauch um den Hydraulikheber herum wie eine Manschette und fängt so das auslaufende Öl schnell und sicher auf", erklärt Reichl: "Ansonsten laufe das Öl den Heber herunter und würde die Schachtgrube verunreinigen."

Rücknahmesystem entwickelt

HandwerkDie Firma UPSG hat außerdem ein Rücknahmesystem entwickelt: "Aus meiner Erfahrung als Aufzugsmonteur kenne ich das Problem der Entsorgung der mit Öl verunreinigten Stoffen, betont der Geschäftsführer. "Deshalb verkaufen wir nicht nur die Zauberwatte, sondern holen sie auch wieder ab und recyceln die Stoffe wieder."

Der große Vorteil der Zauberwatte sei dabei, dass durch das Ausschleudern der Watte das Öl wieder von der Watte getrennt und sowohl die Zauberwatte als auch das Öl wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden können. 

zauberwatte.de

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