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30 Jahre ZFA: Eine bewegte Geschichte

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Thomas Meyer freute sich, als der Roßweiner Bürgermeister Hubert Paßehr ihn Anfang des Jahres anrief. Dafür gab es einen berechtigten Anlass: Er gratulierte dem Geschäftsführer des Zentrums für Aufzugstechnik (ZFA) in Roßwein zum 30-jährigen Bestehen der Einrichtung.

Praktische Ausbildung in Roßwein ... Foto: © ZFA RoßweinPraktische Ausbildung in Roßwein ... Foto: © ZFA Roßwein

Bereits 1894 entstand in Roßwein die „Höhere Deutsche Fachschule für Eisenkonstruktion, Bau-, Kunst- und Maschinenschlosserei“, aus der später die „Deutsche Schlosserschule“ hervorging. Im Laufe der Jahrzehnte erfuhr die Roßweiner Bildungsstätte etliche Namens- und Statusänderungen.

Doch alle, die in der DDR etwas mit Aufzugs- und Fördertechnik zu tun hatten, sind irgendwann in Roßwein gelandet. So auch Thomas Meyer, der ursprünglich aus Erfurt stammt und eine Ausbildung zum Aufzugbauer absolviert hat.

Am 1. Januar 1996 wurde schließlich das heutige Zentrum für Förder- und Aufzugstechnik Roßwein als Nachfolgerin der Ingenieurschule für Schwermaschinenbau, Fachrichtung Förder- und Aufzugstechnik, gegründet. Damit wurde die traditionsreiche Ausbildung im Bereich Förder- und Aufzugstechnik unter der Leitung von Horst Patzelt und Dr. Gerald Kabisch fortgesetzt.

Insolvenz und Neuanfang

Foto: © ZFA RoßweinFoto: © ZFA Roßwein

2008 kam es jedoch zur Insolvenz des damaligen ZFA. „Ich bin dann an die ehemalige Bundesfachschule Metallhandwerk gewechselt, die später in ‚MFM – Mitteldeutsches Fachzentrum Metall und Technik‘ umbenannt wurde”, sagte Meyer. Dort baute er den Fachbereich für Aufzugstechnik neu auf und entwickelte ihn unter dem alten Kürzel ZFA – dieses Mal als „Zentrum für Aufzugstechnik“ – weiter.

Nach der Insolvenz ging das ehemalige ZFA-Gebäude zunächst an das Sächsische Immobilien- und Baumanagement und später in das Eigentum der Stadt über. Meyers neuer Arbeitsplatz war direkt nebenan. „Ich konnte immer hierhin schauen, das war alles ein bisschen traurig“, erinnert er sich.

Denn zu dem Gebäude zählt auch der im Jahre 2000 gebaute 40 Meter hohe Versuchsturm, der in Deutschland einzigartig ist und den sie einige Jahre lang nicht nutzen konnten. Vor ein paar Jahren fand ein Gebäudetausch mit der Stadt Roßwein statt und das ZFA konnte wieder in seine alten Räumlichkeiten umziehen.

Praxisorientierte Weiterbildungslehrgänge

Foto: © ZFA RoßweinFoto: © ZFA Roßwein

Seitdem wurde das Fachzentrum in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen der Aufzugsbranche weiterentwickelt. Während zu Beginn im Jahr 1996 lediglich der Lehrgang „Fachseminar Aufzugstechnik” angeboten wurde, sind es inzwischen ca. zehn verschiedene praxisorientierte Weiterbildungslehrgänge, die das ZFA als offene oder firmeninterne Schulungen anbietet. Das aufzugstechnische Weiterbildungsprogramm wird mit europaweit einmaligen Schulungsaufzugsanlagen bundes- und europaweit genutzt.

Jedes Jahr besuchen ca. 250 bis 300 Lehrgangsteilnehmer die Aufzugslehrgänge. „Das ist einer unserer Schwerpunkte“, erklärt Meyer, denn einen Ausbildungsberuf in der Aufzugstechnik gibt es nicht.

Begleitung von Baumusterprüfungen

Neben den Aufzugsschulungen bietet das ZFA Roßwein die Prüfung und Begutachtung von aufzugstechnischen Bauteilen an. Dafür wurde in den letzten Jahren die vorhandene Versuchs-infrastruktur modernisiert und erweitert. So konnten neue Testkapazitäten geschaffen werden. „Bevor sicherheitstechnische Bauteile wie Geschwindigkeitsbegrenzer, Aufsetzpuffer oder Fangvorrichtungen produziert und eingesetzt werden dürfen, müssen sie einer Baumusterprüfung unterzogen werden“, so Meyer.

Das ZFA selbst ist keine akkreditierte Prüfstelle, begleitet aber solche. So werden auch Aufzugsmaschinen getestet. Dazu werden Zeitrafferversuche durchgeführt. „Die Anlage läuft dann ununterbrochen Tag und Nacht ein halbes Jahr. Das entspricht im Prinzip 25 Jahren Aufzugsleben“, sagte der Geschäftsführer und fügte hinzu: „Es gibt nicht viele Einrichtungen in Deutschland, in denen man das adäquat durchführen kann.“

Ein weiteres wichtiges Standbein, das sich das Zentrum seit mittlerweile 16 Jahren aufgebaut hat, ist die Berufsorientierung im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms des SMK. Es arbeitet mit allgemeinbildenden Schulen in Mittel-sachsen zusammen. Dafür bietet das ZFA Potenzialanalysen für Siebtklässler und Werkstatttage für Achtklässler an. Drei ZFA-Mitarbeiter arbeiten außerdem als Praxisberater in den Oberschulen.

Neuer Geschäftsführer

Seit Juli 2025 ist Thomas Meyer Geschäftsführer (Foto links). Sein Vorgänger Diether Hils wurde damals 2025 zum Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Metall ernannt. Meyer hat diesen Schritt nicht bereut. Die Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten und dem Team vor Ort in Roßwein – insgesamt sind es acht Angestellte – sei sehr gut.

Für die kommenden Jahre hat er sich einiges vorgenommen. So wünscht er sich beispielsweise, dass die Teilnehmerzahl für die Seminare weiter steigt. „Gerade im Bereich der Normen und des technischen Fortschritts ändert sich sehr viel. Hierzu werden wir zusätzliche Speziallehrgänge anbieten“, erklärte er. Im Frühjahr starten eintägige Kompaktlehrgänge zu Notrufsystemen und zur neuen ISO 8100.

Auch bei Komponentenprüfungen hat das ZFA noch Kapazitäten. Zudem gibt es eine große Baustelle: Das ZFA nutzt nur einen Teil des Gebäudes, der Rest steht momentan leer und ist sanierungsbedürftig. „Es ist mein Ziel, das in den nächsten Jahren wieder in Betrieb nehmen zu können“, sagte Meyer.

ZFA-Fachbeirat

Unterstützt wird das ZFA seit Beginn seiner Gründung durch einen Fachbeirat (siehe Foto links). Ziele des Beirats sind die ideelle Unterstützung und Begleitung der strategischen Ausrichtung des ZFA.

Die Mitglieder des Fachbeirats: Tim Ebeling (Henning), Ralf Gebhardt (Telegärtner Elektronik), Ebru Gemici-Loukas (VDMA Aufzüge und Fahrtreppen), Peter Gurdon (VDMA Aufzüge und Fahrtreppen), Robert Hild (VDMA Aufzüge und Fahrtreppen), Diether Hils (BVM – Bundesverband Metall), 
Roland Hoppenstedt (Ziehl Abegg), Henry Knop (Intec), Dennis Lindeboom (Liftinstituut), Lars Lindert (Dauer Aufzüge), 
Thomas Meyer (ZFA Roßwein), Thomas Rapkiewicz (Meiller Aufzugtüren), Rolf Rehbold (BWM – Bildungswerk Metall), Kevin Rieke (GAT), Martin Schmitt (Aufzugswerke Schmitt + Sohn) und Peter van Heiss (BVM – Bundesverband Metall)


Weitere Informationen: mfm-rosswein.de

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