(Foto: © LIFTjournal/Dirk Müller/KI-assistiert mit Firefly und ChatGPT)

Ein Megadeal und seine möglichen Folgen

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Geht TKE an die Börse oder wird Kone den deutschen Konzern übernehmen? Obwohl lange darüber spekuliert wurde, schlug die Nachricht Ende April dann doch ein wie eine Bombe: ...

TKE wird keinen Börsengang wagen, sondern sich stattdessen von Kone übernehmen lassen. Klappt dieser Megadeal, entsteht der größte Aufzugshersteller der Welt.

VON ULRIKE LOTZE

Kaum war die Meldung veröffentlicht, schossen die Spekulationen ins Kraut. Ob die Behörden der Transaktion zustimmen werden, ist noch völlig ungeklärt. Das hat Kone in seiner Pressemitteilung auch eingeräumt. In der Branche wird erwartet, dass die Behörden – wie bereits vor sechs Jahren – diesen Weg in Europa nicht ohne Weiteres mitgehen werden.

Interessant: Nachdem Wettbewerber Schindler – der nach einer Fusion der kleinste aller internationalen Hersteller würde (!) – vorab erbitterten Widerstand angekündigt hatte, reagierten die Schweizer dann eher gelassen (lesen Sie dazu auch unsere Online-Meldung lift-journal.de/kone-tke). Aber natürlich will Schindler der Fusion nicht tatenlos zusehen und gegen den Deal klagen, so eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber dem LIFTjournal.

KONE/TKE: WER IST WO STÄRKER VERTRETEN? Foto: © LIFTjournal/Dirk Müller/KI-assistiert mit Firefly und ChatGPTKONE/TKE: WER IST WO STÄRKER VERTRETEN? Foto: © LIFTjournal/Dirk Müller/KI-assistiert mit Firefly und ChatGPT

Die bisherige Nummer eins, Otis, setzt ihre Hoffnungen offenbar darauf, dass sich die Wettbewerbshüter einschalten werden. "Eine Transaktion dieser Größenordnung wird wahrscheinlich einer genauen Prüfung durch die Aufsichtsbehörden unterzogen werden, da diese die Auswirkungen auf Kunden und Mitarbeiter untersuchen wollen", hieß es vonseiten des US-amerikanischen Konzerns.

Und die IG Metall?

Foto: Quelle/Source: ©KoneFoto: Quelle/Source: ©Kone

Unverständlich bleibt, warum die Finnen sich nicht vorab mit der IG Metall abgestimmt haben. Immerhin ist Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW, auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der TK Elevator GmbH. Sein Statement ("Eine Ankündigung an die Presse und die Belegschaft, ohne vorher die Mitbestimmung, seien es die betrieblichen Mitbestimmungsgremien oder den Aufsichtsrat zu informieren, ist ungeheuerlich.") wurde von fast allen namhaften Medien in Deutschland zitiert.

Ach ja, die Medien: Obwohl es sich um einen der größten Verkäufe durch einen Finanzinvestor in Deutschland handelt, schaffte es die Nachricht nur in die Wirtschaftspresse, aber noch nicht einmal in die Tagesschau. Die Branche sollte dringend an ihrer öffentlichen Wirkung arbeiten …

Und die TKE-Mitarbeiter?

Auf wenig Begeisterung stieß die Nachricht natürlich auch bei den TKE-Mitarbeitern. Jahrelang wurden sie von ihrem CEO Uday Yadav über den grünen Klee gelobt. Zu Recht, denn letztlich sind sie es, die dazu beigetragen haben, dass TKE Anfang Mai für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 eine Umsatzsteigerung von vier Prozent auf 4,5 Milliarden Euro vermelden konnte.

Aber sie wissen natürlich auch, was mit den von Kone angekündigten Synergieeffekten von jährlich rund 700 Millionen Euro gemeint ist – das geht nicht ohne Stellenabbau. Man hört aus der deutschen Aufzugsbranche, dass die Zahl der Bewerbungen von TKE-Mitarbeitern zuletzt deutlich gestiegen ist – verständlicherweise.

Und die Komponentenhersteller?

Welche Folgen der Deal – wenn er denn zustande kommt – für die Komponentenhersteller haben wird, kann man sich auch leicht ausmalen: Ihre Verhandlungsposition gegenüber dem neuen Riesen könnte schlechter und der Preisdruck größer werden.

Und die Investoren?

Wirklich glücklich können sich natürlich die beiden Haupteigentümer von TKE, die Finanzinvestoren Advent und Cinven, schätzen, die 2020 TK Elevator von der Thyssenkrupp AG für rund 17 Milliarden übernommen haben. Jetzt sollen rund 29 Milliarden für die Übernahme fließen – das ist selbst für einen Finanzinvestor ein bemerkenswerter Gewinn.

Die Aufregung vom Anfang hat sich jedenfalls erst einmal gelegt. Zum Zeitpunkt unseres Redaktionsschlusses war die Meldung bereits komplett aus den Schlagzeilen verschwunden. Nun werden vermutlich im Hintergrund die Strippen gezogen. Es bleibt also spannend und wir werden weiter berichten!

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