Dr. Detlef Bauerschlag.

Dr. Detlef Bauerschlag. (Foto: © privat)

Trauer um Dr. Detlef Bauerschlag

Aktuelles

Dr. Detlef Bauerschlag ist verstorben. Wir veröffentlichen den Nachruf seines langjährigen Wegbegleiters Oskar Rosin.

Geboren wurde Detlef Bauerschlag am 6. Juli 1943 in Hameln. Nach dem Krieg zog er nach Hannover, wo er 1964 sein Abitur ablegte. Nach verschiedenen Praktika studierte er Allgemeinen Maschinenbau mit Schwerpunkt in konstruktiven Fächern an der Technischen Hochschule Hannover, und schloss 1970 mit dem Diplom ab. Anschließend fand er eine Anstellung als Entwicklungsingenieur bei der Rheinstahl AG in Kassel im Produktbereich Flughafentechnik.

Am 1. Januar 1972 kehrte er als Mitarbeiter und planmäßiger Assistent an das von Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinz Oehmen geleitete Institut für Fördertechnik zurück und promovierte 1979 zum Dr.-Ing. Danach wechselte er Mitte 1979 zum TÜV Hannover und übernahm 1980 die Leitung des Fachbereichs Fördertechnik und Maschinenwesen.

Der TÜV Hannover war eine "Anerkannte Überwachungsstelle für die Fremdüberwachung von Fahrschachttüren" für Fahrschächte. Auf diesem Gebiet fanden seine ersten Begegnungen mit Aufzugsherstellern statt.

Einberufung in den "Unterausschuss Maschinenbau"

Im März 1984 wurde er Mitglied im VdTÜV-Fachausschuss "Aufzugstechnik" (FA-At), in dem er maßgeblichen Anteil an der 1988 erfolgten Zusammenlegung mit dem Fachausschuss "Fördertechnik" (FA-Ft) zum gemeinsamen Ausschuss "Aufzugs- und Fördertechnik" (FA-AF) hatte, dessen Vorsitz er 1994 übernahm.

1986 erfolgte zudem die Einberufung in den "Unterausschuss Maschinenbau" des Deutschen Aufzugausschusses (DAA) durch den Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.

Von der Wende im Jahr 1989 war auch die Technische Überwachung der ehemaligen DDR betroffen. In den neuen Bundesländern bildeten sich – analog zum Westen – eigenständige Technische Überwachungsvereine, die von den westlichen Vereinen unterstützt wurden.

Zum Vorsitzenden gewählt

In Sachsen-Anhalt entstand aus dem Staatlichen Amt für Technische Überwachung der TÜV Sachsen-Anhalt. Geschäftsführer wurde Dr. Bauerschlag, der durch seine besondere menschliche Wärme die Mitarbeiter für sich gewinnen konnte und erheblich dazu beitrug, dass die Fusion des TÜV Hannover mit dem TÜV Sachsen-Anhalt zum TÜV Hannover/Sachsen-Anhalt erfolgreich verlief. Nach dem Zusammenschluss der beiden Vereine 1992 übernahm er die Leitung der Niederlassung Hannover und wurde 1994 zum Obmann des VdTÜV-Fachausschusses gewählt.

1997 erfolgte der Zusammenschluss des TÜV Hannover/Sachsen-Anhalt mit dem TÜV Nord zur TÜV Nord Gruppe. Kurz darauf, am 11. Juni 1997, fand die erste Sitzung der nach der neuen europäischen Aufzugsrichtlinie geschaffenen "Benannten Stellen für Aufzüge" (Notified Bodies Lifts NB-L) statt. Dr. Bauerschlag wurde bei der dritten Sitzung im Juni 1998 zum Vorsitzenden gewählt.

Nach seinem Wechsel im Jahr 2000 in die Geschäftsführung der Ingenieurgesellschaft Hundt und Partner (einer Tochter der TÜV Nord-Gruppe) verabschiedete er sich im November 2000 bei NB-L und im April 2001 beim FA-AF. Er leitete das Unternehmen bis zu seinem Einstieg in den "Unruhestand" am 28. Oktober 2005.

Bundesweit tätig

Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger nach § 36 der Gewerbeordnung für das Sachgebiet "Fördertechnik (Aufzugsanlagen, Fahrtreppen, Fahrsteige und Seilbahnen)" war er bundesweit tätig.

Als Nachfolger von Dr. Gerhard Schiffner war er in den Jahren 2009 bis 2012 an der Gestaltung der Heilbronner Aufzugstage beteiligt und blieb noch bis 2024 im Kuratorium aktiv.

Seine Zuneigung zu den Fahrtreppen und Fahrsteigen zeigte sich in seiner Mitarbeit bei CEN/ TC 10/WG 2, der Arbeitsgruppe des Europäischen Normenkomitees (CEN), die sich mit der EN 115, der europäischen Norm für Fahrtreppen und Fahrsteige, befasste, und bei der er auch noch während seines Ruhestandes im Auftrag des TÜV NORD einige Jahre tätig war. Noch bis vor Kurzem war er als geachteter Experte auch noch Mitglied im DIN-Spiegelausschuss (SpA) Fahrtreppen und Fahrsteige.

Schmerzliche Lücke

Für alle, die ihn als Kollegen und Freund erleben durften, verkörperte er jedoch weit mehr als seine beruflichen Leistungen. Sie schätzten seine Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit, seinen Humor und seine besondere menschliche Wärme. Er war ein Mensch, auf dessen Wort man sich verlassen konnte und mit dem auch schwierige Situationen leichter zu bewältigen waren.

Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke. Er wird allen als guter Freund, geschätzter Kollege und wertvoller Mensch in dankbarer Erinnerung bleiben. Das Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Er wird auch in der Fachwelt unvergessen bleiben.