Sonntag, 08. Dezember 2019
LIFTjournal Logo

Digitale Transformation: Der Mittelstand ist gefragt

Zeit ist Geld – das Sprichwort gilt auch bei der Digitalen Transformation. Die Konzerne und die großen Mittelständler haben die Entwicklung erkannt und arbeiten an Lösungen.

/cache/images/iStock-174802389-dde02c2df1ad470d0f1afbc6282e3c92.
(Foto: © Nikada, Aleksei Derin / iStock.com / Getty Images)

Doch den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in der Aufzugsbranche fehlen dafür derzeit die Ressourcen.

Was ist eigentlich "Digitale Transformation"?

Wikipedia erklärt es folgendermaßen: "Die digitale Transformation (auch "digitaler Wandel") bezeichnet einen fortlaufenden, in digitalen Technologien begründeten Veränderungsprozess, der als Digitale Revolution die gesamte Gesellschaft und in wirtschaftlicher Hinsicht speziell Unternehmen betrifft. Basis der digitalen Transformation sind digitale Technologien, die in einer immer schneller werdenden Folge entwickelt werden und somit den Weg für wieder neue digitale Technologien ebnen. … Hauptakteure der digitalen Transformation sind Unternehmen, Individuen und Gemeinschaften, die Wissenschaft (mit Forschung und Lehre) sowie der Staat." Dort findet man auch ein Zitat von Dr. Angela Merkel bereits aus 2014: "Wir haben die Möglichkeiten für ein digitales Wirtschaftswunder. Die Frage ist, ob es in Deutschland stattfindet."

Konkretisiert mit Fokus auf unsere Branche und die Unternehmen sprechen wir also über Themen wie zum Beispiel Industrie 4.0, Cybersecurity, Cloud, Internet of Things, Artificial Intelligence, Data Ownership, Edge Computing, Predictive Maintenance, Blockchain, BIM, Virtual Reality, Digital Test Methods, Sensorik, Real Time Monitoring von Aufzügen und Komponenten.

Mittelstand zur Mitarbeit aufgefordert

Bei der Fülle der Themen stellt sich unmittelbar die Frage nach Ressourcen nebst Fachkompetenz und in wieweit es Definitionen für Rahmenbedingungen und Schnittstellen gibt. Genau diese Aufgaben wurden zwischenzeitlich auch von Verbänden und Gremien identifiziert, die Arbeit steckt jedoch noch in den Kinderschuhen und selbst Themenschwerpunkte und Zeitschienen sind bisher schwer zu prognostizieren.

Explizit unser Mittelstand ist an dieser Stelle zur Mitarbeit aufgefordert, stellen doch die unterschiedlichen Entwicklungsprozesse mit ihrer teilweise hohen Komplexität große Herausforderungen insbesondere für den benannten Kreis dar. Im Kontext mit der Realisierung ist auch immer unmittelbar die Priorität im Unternehmen zu betrachten.

Interesse ist immens

Zur hausinternen Beantwortung soll an dieser Stelle ein Bild skizziert werden: In den europäischen Aufzugsverbänden werden aktuell Komitees bzw. Arbeitsgruppen gebildet oder sind bereits tätig, die gleiche Situation zeigt sich in Deutschland und das Interesse – nicht zuletzt von Seiten der multinationalen Konzerne – ist immens.

Dies sollte nicht verwundern, gehen doch seit Jahren Ausrichtungen, strategische Allianzen und technische Lösungen der Konzerne durch die Medien und das Interesse der Konzerne an der Berücksichtigung bereits eigens gesetzter Standards dürfte selbstverständlich sein.

Doch auch deren Einführung in den Markt ist in vollem Gange, somit wächst für die Konzerne der technologische und ökonomische Vorsprung kontinuierlich. Die großen Mittelständler haben die Entwicklung erkannt und arbeiten mehr oder minder intensiv an Lösungen sowie deren Umsetzung im Feld. Lediglich den KMU‘s unserer Sparte "Aufzug" fehlen überwiegend derzeit Ressourcen für die Verfolgung der notwendigen Schritte.

Mehrwert für Betreiber und Aufzugsunternehmen

Dies ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass der Mehrwert und der damit verbundene Return on Investment nur bedingt gesehen werden. Dabei bietet die vorausschauende Wartung einen Mehrwert für Betreiber und Aufzugsunternehmen, so können zum Beispiel im Zuge der präventiven Instandhaltung aufwendige Notdiensteinsätze deutlich eingeschränkt werden, um hier nur ein Thema aufzugreifen.

Die Weichen sind für die Zukunft von Seiten der Industrie klar in Richtung digitaler Transformation gestellt, dieser Prozess ist nicht mehr umkehrbar. Letztlich stellt sich nur noch die Frage, zu welchem Zeitpunkt die jeweiligen Unternehmen auf den Zug aufspringen. Die notwendigen Produkte – auch für die Umsetzung in KMU’s – werden wir in Augsburg auf der interlift ´19 vorfinden.

Jan König
Der Autor ist technischer Referent beim VFA-Interlift e.V.

vfa-interlift.de

Leserkommentare

nach oben