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Modernisierung aus Sicht eines Montagebetriebes

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Das Thema Modernisierung von Aufzugsanlagen hat sich in den vergangenen Jahren in Europa zu einer wichtigen Herausforderung für Aufzugsunternehmen entwickelt.

Dies ist bedingt durch den demographischen Wandel und die regelmäßige Überarbeitung der rechtlichen Grundlagen. Ob es sich um einen Komponentenhersteller, Montagebetrieb oder Wartungsbetrieb handelt: Jedes Unternehmen muss sich dieser Entwicklung stellen.

Die Modernisierung von Aufzugsanlagen ist eine lohnende Investition. Sie senkt in der Regel die Betriebs- und Wartungskosten und steigert die Betriebssicherheit. Außerdem sorgt sie für den Werterhalt und die Wertsteigerung einer Immobilie.

Die Modernisierung einer Aufzugsanlage ist etwas anderes als eine Instandhaltung oder Instandsetzung, die nur dafür sorgt, dass der gleiche Standard beibehalten wird. Instandsetzungsarbeiten, bei denen der Standard erhöht wird, fallen unter das Konzept einer Modernisierung. Warum das wichtig ist? Weil diese Unterscheidung für Vermieter eine Rolle spielt, wenn es um die Kosten und ihre mögliche Weitergabe an die Nutzer von Aufzugsanlagen geht.

Potenzielle Schwachstellen beseitigt

Zunächst sollte man gemeinsam mit dem Kunden klären, welche Anforderungen an die modernisierte Anlage gestellt werden. Foto: © Mayland AufzügeZunächst sollte man gemeinsam mit dem Kunden klären, welche Anforderungen an die modernisierte Anlage gestellt werden. Foto: © Mayland Aufzüge

Häufig führt der ungeplante Ausfall von Hauptkomponenten, die auf dem Markt nicht mehr verfügbar sind oder aber die immensen Kosten für deren Reparatur dazu, dass die Anlage modernisiert werden muss. Geplante Modernisierungen erhöhen die Anlagenverfügbarkeit und natürlich deren Sicherheit.

Durch die Erneuerung veralteter, abgenutzter Baugruppen werden potenzielle Schwachstellen beseitigt und teure Nachbesserungen und Ausfälle vermieden. Das hat positive Auswirkungen für die Nutzer und erhöht die gesamte Wirtschaftlichkeit der Anlage.

Neue Komponenten entsprechen der aktuellen Norm und sind deutlich effizienter. Auch das Thema Planungssicherheit und Haftung sind ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für eine Modernisierung. Die rechtskonforme Anpassung von Anlagen auf den aktuellen Stand der Technik durch eine Modernisierung spielt häufig eine große Rolle bei der Entscheidung.

Sachverständige Begleitung empfehlenswert

Ist die Entscheidung für eine Modernisierung getroffen, sollten die Auftraggeber konkrete Vorgaben machen und den Ablauf festlegen. Weil das eine komplexe Aufgabe ist, ist eine sachverständige Begleitung empfehlenswert. Sowohl neutrale Fachplaner als auch die ZÜS (TÜV, Dekra, GTÜ) sind kompetente Ansprechpartner für die Überprüfung der Baumaßnahme, wenn es um die Einhaltung der Richtlinien geht.

Zunächst sollte gemeinsam mit dem Kunden geklärt werden, welche Anforderungen an die modernisierte Anlage gestellt werden. Die anschließende Überprüfung, Begutachtung und Dokumentation der Altanlage ist unabdingbar für die Angebotserstellung. Dabei kann auch geprüft werden, ob Komponenten weiterverwendet werden können – das senkt den Aufwand und die Kosten.

Anschließend muss eine Ausschreibung erstellt werden. Nur mit einer detaillierten Ausschreibung kann ein Angebot erstellt werden und ein Vergleich verschiedener Anbieter ist möglich. Dabei sollte man auf die Vollständigkeit genauso achten wie auf die Richtigkeit der angepassten Technik und eine langfristige Wirtschaftlichkeit.

Verschlüsselte Systeme

Foto: © Mayland AufzügeFoto: © Mayland Aufzüge

In den letzten Jahren spielt für Betreiber das Thema Marktoffenheit bei der Entscheidung für einen Anbieter eine immer größere Rolle. Abgelehnt wird vor allem die Abhängigkeit von Herstellern, deren Systeme verschlüsselt sind und die damit einen Wechsel des Wartungs- und Störungsservices unmöglich machen.

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Vergabe des Auftrags ist die Zeit. Wie schnell können die Arbeiten ausgeführt werden? Das ist enorm wichtig für den Aufzugnutzer. Er sollte außerdem so früh wie möglich erfahren, wann und wie lange die Anlage ausfällt, damit er Maßnahmen planen kann, um diesen Zeitraum zu überbrücken.

Das komplexe Thema Modernisierung von Aufzugsanlagen wird in den kommenden Jahren für eine hohe Auslastung der Aufzugsbranche sorgen. Die Aufgaben für alle beteiligten Parteien sind groß: Lieferanten müssen die Konzeption und Herstellung ihrer Komponenten nach den aktuellen Richtlinien weiterentwickeln, Montagebetriebe, Wartungsunternehmen sowie die Prüfinstitutionen, Vereine und Verbände müssen das Thema des Fachkräftemangels angehen. Die Herausforderung ist da – lassen Sie es uns gemeinsam angehen!

Julia Mayland
Die Autorin ist im VFA-Vorstand für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die Wirtschaftsfachwirtin ist als Prokuristin seit 2010 in der Aufzugsbranche im Familienunternehmen Mayland Aufzüge tätig.

Weitere Informationen:vfa-interlift.de

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