Sonntag, 08. Dezember 2019
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Ein Aufzug für Peru – mit Hilfe der GAT

„Ein Aufzug für Diospi Suyana – schaffen wir das?“ Diese Frage stellte GAT-Geschäftsführer Jörn Wittig bei der letzten Mitgliederversammlung. Er beschreibt hier, warum die GAT einen Aufzug in Peru finanzieren will und wie die Arbeiten vorangehen…

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(Foto: © GAT eG)


Auf unserer Mitgliederversammlung im Mai haben wir gemeinsam beschlossen, dem kleinen deutschen Verein Diospi Suyana e.V. mit seiner großartigen Leistung eines Krankenhauses mit Schule und Kindergarten in den Anden Perus zu helfen. Wir fassten den Beschluss die Errichtung eines Aufzugs für die Augenklinik vor Ort zu realisieren und gaben dafür die benötigten Mittel aus unseren Rücklagen frei.

Noch in der Versammlung gründeten wir einen kleinen Arbeitskreis von Freiwilligen unter der Leitung unseres Vorstandsmitglieds Thomas Wieland. Motiviert verließen wir die Versammlung.

Was ist seitdem geschehen?

Abstimmung Foto Ulrike LotzeZuerst richteten wir in unserem Forum die Arbeitsgruppe ein. Wir entschieden uns schnell, dass es möglichst eine Komplettanlage sein sollte, die vorzugsweise noch in Peru bekannt ist und – trotz aller Verlockung – von heimischem Personal montiert werden soll. Nachdem Standort, örtliche Verhältnisse und Nutzung geklärt waren, ging es an die Planung. Parallel wurde in Peru mit dem Bau des Aufzugsschachtes begonnen.

Für die 1.000 kg-Anlage in einem zu errichtendem Betonschacht wurden schnell Mitstreiter aus dem Lieferantenkreis gefunden. Die Firma Meiller-Aufzugtüren spendierte spontan die benötigten Türen, die sich sehr gut mit der von der Firma Kleemann Aufzüge geplanten Aufzugskabine kombinieren lassen. Die Stingl GmbH unterstützte im Bereich Schachtausrüstung.



Somit konnten wir eine hochwertige Anlage in Edelstahlausführung mit verzinktem Rahmen und neuer Genius-Steuerung konfigurieren und für den besonderen Einsatz in 3000 Metern Höhe bestellen. Durch die Unterstützung und Sonderpreise der Lieferanten liegen wir sehr gut in der Budgetplanung. Die Lieferung ins Logistiklager nach Deutschland und Verschiffung per Container nach Lima in Peru sollen noch in diesem Jahr erfolgen.

Einheimisches Unternehmen montiert

Ein Aufzug für PeruÜber bestehende Lieferantenkontakte zu Aufzugsunternehmen in Südamerika konnten wir die „Ascensores & Servicios Perú SAC“ für die geplante Montage und Baustellenkontrolle finden. Dem Unternehmen ist das deutsche Projekt in seiner Heimat bekannt und so ist es auch über 700 km Entfernung offensichtlich kein Problem, die Montage in unserem Auftrag zu übernehmen.

Wie zu erkennen ist, sind wir gut vorangekommen und uns sicher, dass wir das Projekt gut zu Ende bringen werden. Auf das, was uns hier bei der Einfuhr und Errichtung aus der Ferne noch erwartet, sind wir gespannt. Wir sind sicher, dass wir noch manche neue Erfahrung im Bereich Bürokratie, Zoll und Mentalität zu erwarten haben und freuen uns auf diese Herausforderungen und Erfahrungen.

Das Gefühl, neben allem Tagesgeschäft und eigenem Trubel aktiv helfen zu können, ist ein sehr schönes. Das wir sicher bei der ersten Fahrt und Inbetriebnahme noch stärker werden – selbst, wenn wir nicht die berühmte rote Schleife selbst durchschneiden werden.

Jörn Wittig
Der Autor ist Geschäftsführer der GAT eG


www.diospi-suyana.de

Hinter dem exotischen Namen „Diospi Suyanam“ verbirgt sich eine Initiative der deutschen Missionsärzte Dr. Klaus-Dieter und Dr. Martina John. Sie gründeten 2002 die karitative Vereinigung, die mit Hilfe von Spendengeldern ein modernes Krankenhaus mit einer Dental- und Augenklinik für die arme indianische Bevölkerung in Peru geschaffen haben. Seit der Fertigstellung im Jahr 2007 wurden dort bereits 330.000 Patienten behandelt, das Ehepaar wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Band der Bundesrepublik Deutschland und dem Verdienstkreuz des peruanischen Staates geehrt.

Dr. John stellte vor einiger Zeit bei einer GAT-Aufsichtsratssitzung das Projekt vor und fragte, ob die GAT einen Aufzug für die Augenklinik bauen könne. Denn viele gebrechliche Patienten könnten die steile Treppe zur Klinik nicht überwinden. Es gehe nicht um eine Geldsammlung, sondern darum, einen Aufzug zu errichten. „Wir haben höchsten Respekt für diese Leistung“, betonte Wittig, der die Initiative mit einem kurzen Video bei der Mitgliederversammlung 2019 vorstellte. Der Beschluss am Ende war übrigens einstimmig: Die GAT stellt die Mittel aus ihren Rücklagen zur Verfügung.

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